Historisch einzigartiges Umfeld

Steigende Aktien, niedrige Zinsen. Wie lange geht das noch (gut)?

Der MSCI World Aktien-Index notiert auf Rekordniveau. Etliche Aktienbörsen liegen heuer bereits mit 20 % und mehr im Plus. Die USA, mit rund 60 % im Weltindex gewichtet, erleben den zweitstärksten Bullenmarkt ihrer Geschichte. Rund 270 % hat der S&P500-Index  seit seinem Tief 2009 schon zugelegt. Je nach den gewählten Kriterien sind die Aktienbewertungen in New York inzwischen sehr hoch oder extrem hoch. 

Zeit zum Ausstieg, wo es gerade am schönsten ist?

Gemach! Während viele US-Aktien tatsächlich schon sehr teuer sind, scheinen weite Teile der "restlichen Welt" noch immer fair oder sogar günstig bewertet. Es wäre widersinnig, dort nicht nach Ertragschancen zu suchen, nur weil in New York die Kurse bereits sehr hoch sind. Es ist gut vorstellbar, dass Aktien in Europa oder den Schwellenländern in den kommenden Jahren erheblich besser abschneiden als die US-Börsen. Und selbst in den USA sind ja keineswegs alle Aktien überteuert. Zudem lässt sich aus den Bewertungsniveaus und der Dauer eines Kursaufschwungs allein noch keine seriöse Vorhersage für die weitere Kursentwicklung herleiten. Der bislang längste und stärkste Kursanstieg bei US-Aktien dauerte beispielsweise über zwölf Jahre (1987–2000). Die Kurse stiegen dabei – selbstverständlich mit zwischenzeitlichen Schwankungen – mehr als doppelt so stark wie im laufenden Bullenmarkt (um über 580 %). Wie so oft im Leben kam übrigens auch damals das Beste zum Schluss: Die stärksten Wertzuwächse gab es in den letzten zwei bis drei Jahren des Kursaufschwungs!

Historisch einzigartiges Umfeld …

Zudem lassen sich historische Vergleiche von Aktienbewertungen derzeit nur eingeschränkt ziehen. Wir bewegen uns in einem beispiellosen Niedrigzinsumfeld, in dem die großen Notenbanken fast alle geldpolitischen Tabus gebrochen haben. Das ist deshalb bedeutsam, weil nominale Anleiherenditen von null oder gar darunter keine rasch vorübergehende Ausnahme mehr sind, wie noch vor einigen Jahren gedacht oder erhofft. Die extrem niedrigen Zinsen sind aber eine der mächtigsten Stützen der Aktienmärkte, neben den inzwischen wieder anziehenden Unternehmensgewinnen. Dividenden, die deutlich und dauerhaft über den Anleiherenditen liegen, sind ein gewichtiges Argument zugunsten von Aktien.

… das uns wohl noch länger begleitet

Dass die Anleiherenditen heuer nicht gestiegen sind und trotz einer recht dynamischen Weltkonjunktur in vielen Fällen sogar niedriger liegen als zu Jahresbeginn, hat die meisten überrascht. Auch uns. Das gilt auch für das Ausmaß der Dollarschwäche und der Euro-Stärke. Diese ungewöhnlich starken Bewegungen auf den Devisenmärkten haben heuer für Investoren aus der Eurozone und damit vermutlich auch für Sie, liebe Leser, die Erträge aus internationalen Kapitalveranlagungen erheblich geschmälert. Im Gegenzug haben Euro-Investoren in den Vorjahren allerdings auch von der damaligen Schwäche der Gemeinschaftswährung profitiert. Fundamental spricht aktuell übrigens einiges dafür, dass sich der Euro-Wechselkurs in den kommenden Quartalen beruhigen und eher wieder etwas abschwächen wird.

Kaum Inflationsdruck …

Wie könnte es bei Aktien und Anleihen weitergehen? Am wahrscheinlichsten scheint derzeit, dass die Weltwirtschaft weiterhin robust wächst und dass die Inflationsraten dabei noch etwas anziehen. Vermutlich jedoch nicht so stark, dass die Notenbanken stärker eingreifen müssten. Die demografischen Trends, technologischen Fortschritte, zunehmende Automatisierung und hohen Schuldenberge wirken allesamt einer höheren Inflation entgegen. Die langfristigen Inflationserwartungen der Marktteilnehmer bewegen sich in der Eurozone und in den USA auf historisch niedrigen Niveaus, zumeist zwischen ein und zwei Prozent. Die Notenbanken scheinen eine zu niedrige Inflation noch immer mehr zu fürchten als eine zu hohe. Für die Europäische Zentralbank (EZB) wird dabei der starke Euro zusätzlich zum Problem, denn er wirkt ähnlich wie eine Straffung der Geldpolitik auf die Volkswirtschaften. Das schiebt eine mögliche Zinswende in der Eurozone eher weiter hinaus.

… und vorerst wenig Veränderung bei Anleiherenditen

Für Anleiheinvestoren sind das sowohl gute als auch schlechte Nachrichten. Einerseits drohen damit vorerst keine größeren Kursrückschläge. Andererseits sind bis auf Weiteres keine höheren Zinserträge in Sicht. Der „Anlagenotstand“ der letzten Jahre wird sich damit aller Voraussicht nach auch 2018 und vermutlich darüber hinaus fortsetzen. Ein zusätzliches Indiz dafür ist die erste hundertjährige Staatsanleihe der Eurozone, vor wenigen Tagen von der Republik Österreich begeben. Trotz einer jährlichen Rendite von nur etwas mehr als zwei Prozent fand sie reißenden Absatz. Eine Alternative stellen höher verzinsliche Schwellenländer-Anleihen dar, doch sollten sie angesichts ihrer höheren Risiken mit Augenmaß beigemischt werden, und eine gute Auswahl der Emittenten ist unerlässlich.

Rückenwind für Aktien

Für Aktien dürfte sich damit die „beste aller Welten“ wohl erst einmal fortsetzen, mit moderatem Wirtschaftswachstum, steigenden Unternehmensgewinnen, niedriger Inflation, niedrigen Zinsen und einer insgesamt weiterhin sehr lockeren Geldpolitik der großen Notenbanken. Die Bewertungsniveaus sowohl in vielen Schwellenländern als auch in großen Teilen Europas oder in Japan sprechen vor diesem Hintergrund noch für weiteres Kurspotenzial. Ob und inwieweit es tatsächlich realisiert wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Dafür, dass die Kursrallye noch weiter laufen könnte, spricht unter anderem, dass bislang noch keine Euphorie herrscht. Das gilt selbst für die USA. Beobachter sprechen dort vom „meistgehassten Bullenmarkt aller Zeiten“. Denn tatsächlich zogen US-Anleger in Summe sogar mehrere hundert Milliarden Dollar aus dem Aktienmarkt ab, seit der Aufschwung 2009 begann. Der Löwenanteil der Aktienkäufe in den USA erfolgte bislang seitens der Unternehmen selbst, die es oft vorzogen, die eigenen Aktien zurückzukaufen oder Mitbewerber zu übernehmen, statt in neue Projekte zu investieren.

Börse ist keine Einbahnstraße

Bedeutet das alles nun automatisch weiter steigende Aktienkurse? Natürlich nicht! Die letzten neun Monate waren zwar an den meisten Aktienmärkten von steigenden Kursen und ungewöhnlich geringen Schwankungen geprägt. Doch wenn man eines an den Finanzmärkten auf keinen Fall tun sollte, dann aktuelle Trends einfach fortzuschreiben. Die Börse ist nach wie vor keine Einbahnstraße und die Wahrscheinlichkeit einer stärkeren Korrektur irgendwann in den kommenden Wochen und Monaten ist vergleichsweise hoch. Zugleich gibt es aber aktuell noch keine Anzeichen für ein Ende des langfristigen Aufwärtstrends. Selbst die Spannungen um Nordkorea, die potenziell immerhin einen Konflikt zwischen den drei größten Atommächten auslösen könnten, haben bislang außerhalb der Region kaum Spuren hinterlassen. Natürlich kann sich trotzdem jederzeit ein unvorhergesehener „Spielverderber“ für die Aktienrallye ergeben. Aus China mit seinen großen volkswirtschaftlichen Ungleichgewichten droht vielleicht noch am ehesten Ungemach. Aber diese Befürchtungen gibt es bereits seit Jahren, und vorläufig haben sie sich nicht bewahrheitet.

Weltweite Megatrends bestimmen die kommenden Jahrzehnte

Betrachten wir die langfristigen weltwirtschaftlichen Perspektiven, dann sind über Konjunktur- und Zinszyklen hinweg mächtige Trends am Werk, die aller Voraussicht nach noch für Jahrzehnte anhalten werden. Beispielsweise ein wachsender Anteil immer älter werdender Bevölkerungsschichten, fortgesetzte technologische Umwälzungen in Medizin, Informationstechnik, Mobilität (Elektroautos) und Energiegewinnung. Eine weiterhin zunehmende Weltbevölkerung, knappere und teurere natürliche Ressourcen und der fortgesetzte Aufholprozess der Schwellenländer, die sich in einer steigenden Zahl von Wirtschaftsfeldern sogar an die Spitze setzen könnten. Unternehmen, die diese „Megatrends“ ausnutzen, werden künftig vermutlich noch am ehesten überdurchschnittliche Zuwachsraten aufweisen. Natürlich wird es auch dabei Aufs und Abs geben, wechselnde Favoriten, Sieger und Verlierer. Aktienfonds bzw. Aktienportfolios, die sich global ausrichten und die die Gewinner dieser Entwicklungen herauszufiltern suchen, stehen angesichts dessen besonders im Fokus. Dazu gehört beispielsweise der Raiffeisen-MegaTrends-Aktien, der ganz gezielt auf diese Zukunftsthemen setzt.

Mischfonds sind weiterhin Trumpf

Trotz der aktuell sehr niedrigen Ertragsaussichten bei Anleihen sollten diese keineswegs völlig vernachlässigt werden. Eine gut diversifizierte Mischung aus Aktien und Anleihen hat sich seit Jahrzehnten, ja Jahrhunderten für die allermeisten Investoren unter Risiko-Ertrags-Aspekten noch immer als die langfristig bessere Option gegenüber einer reinen Aktienveranlagung oder einem reinen Anleiheinvestment erwiesen. Bezüglich der genauen Aufteilung gibt es keine Rezeptur, die für jeden Investor gleichermaßen "optimal" wäre. Das ist letztlich ja auch der entscheidende Grund, weshalb wir verschiedene Fondslösungen in unterschiedlichen Ausprägungen anbieten.

 

Das ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen KAG. Stand: Oktober 2017

Einschätzungen und Positionierungen stellen eine Momentaufnahme dar und können sich jederzeit und ohne Ankündigung ändern. Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Veranlagungen in Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten.

Der Raiffeisen-MegaTrends-Aktien weist eine erhöhte Volatilität auf, d. h., die Anteilswerte sind auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach unten ausgesetzt, wobei auch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können.

Die veröffentlichten Prospekte sowie die Kundeninformationsdokumente (Wesentliche Anlegerinformationen) des Raiffeisen-MegaTrends-Aktien stehen unter www.raiffeisen-salzburg-invest.com in deutscher Sprache zur Verfügung.

 

MSCI Aktienindex: widerspiegelt die Entwicklung der Aktien von 23 Industrieländern weltweit
Standard & Poor’s 500-Aktienindex: umfasst die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen

 

Rechtliche Hinweise