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Raiffeisen-EmergingMarkets-Aktien

20 Jahre Raiffeisen-EmergingMarkets-Aktien

Das Potenzial ist weiterhin gewaltig

 

Als der Raiffeisen-EmergingMarkets-Aktien vor 20 Jahren aufgelegt wurde, waren die Schwellenländer gerade in einem schmerzhaften, gewaltigen Umbruch nach der Südostasienkrise von 1997/98. Im Sommer 1998 erklärte Russland überdies seine Zahlungsunfähigkeit.

Zwei Jahrzehnte später sind Aktien der Schwellenländer aus modernen Portfolios kaum noch wegzudenken. Volkswirtschaften, Unternehmen und Börsen haben sich in dieser Zeit gewaltig entwickelt.

 

 

Ein guter Anlass für ein Interview mit Mark Monson (Senior Fondsmanager, zuständig für Südostasien und China) sowie Jürgen Maier (Senior Fondsmanager, zuständig für Indien und Südkorea), zwei der insgesamt acht Manager des Fonds.

 

Mark, Sie sehen die Südostasienkrise als einen ganz entscheidenden und letztlich sehr positiven Wendepunkt für die Emerging Markets an – besonders für Südostasien. Warum?

Mark Manson

Mark Monson: Die Krise traf damals im Grunde jeden in der ganzen Region überaus hart – sowohl Unternehmen, Beschäftigte, Investoren als auch Regierungen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sprang mit Krediten ein. Viel wichtiger für die weitere Entwicklung war aber der nachhaltige psychologische Effekt der Krise.

Fast überall lautete das Motto: „Wir müssen jetzt gemeinsam entschlossen anpacken und alle notwendigen Reformen, Investitionen und Anstrengungen unternehmen, damit wir nie wieder in eine solche Lage geraten. Wir dürfen es nie wieder derartig versauen.“ Und das hat man dann nahezu überall mit bemerkenswerten Erfolgen umgesetzt.

Ich hatte damals Sorge, dass sich beispielsweise die traditionell sehr kampf- und streikbereiten südkoreanischen Arbeiter querstellen und das Sanierungsprogramm torpedieren könnten – taten sie aber nicht. Stattdessen krempelten auch sie die Ärmel hoch und verstanden, dass jetzt alle gemeinsam an einem Strang ziehen mussten, um schnellstens wieder aus der Misere rauszukommen. Südkorea war übrigens das erste Land, das schon nach kurzer Zeit die IWF-Kredite zurückzahlen konnte. Die meisten anderen Staaten schafften das in den darauffolgenden Jahren ebenfalls.

Diese Einstellung hat sich weitgehend bis heute gehalten, sowohl in der Politik als auch bei den Unternehmen. Damals wurde der Grundstein für den Aufschwung gelegt, den wir die letzten zwanzig Jahre gesehen haben – und der sich, davon bin ich überzeugt, noch lange fortsetzen wird.

 

Was stimmt Sie so optimistisch? Es ist ja bei weitem nicht alles „eitel Sonnenschein“ – vom Handelskonflikt zwischen China und den USA mal ganz zu schweigen.

Mark Monson: Es ist überall in den Schwellenländern eine unglaubliche Entschlossenheit und ein enormer Aufbruchswille vorhanden. Das sind Milliarden von Menschen, die aus der Armut heraus wollen und die auch hautnah sehen und erleben, dass dies funktioniert. Die Mittelschicht wächst in den meisten Staaten immer weiter an und sie strebt nach mehr: besserer Gesundheitsversorgung, höherem Lebensstandard und Reisen. Da sind gewaltige Triebkräfte am Werk. Es ist faszinierend zu sehen, welche Fortschritte es faktisch überall gibt – trotz aller Rückschläge und noch bestehender „Baustellen“. Die Demokratie hat in den letzten 20 Jahren enorme Fortschritte gemacht. Die meisten Emerging Markets (nicht nur Asien) sind heute politisch viel stabiler als damals.

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten Asiens war Indiens Problem nicht die fehlende Demokratie. Dennoch galt das Land lange Zeit als „schlafender Riese“, während Chinas Wirtschaft längst unter Volldampf stand. Warum?

Jürgen Maier

Jürgen Maier: Indien und China unterscheiden sich in sehr vielen Punkten und stehen jeweils vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen. Der reine Vergleich von Wachstums-raten ist da nur bedingt aussagekräftig. Indien hat sich lange Zeit in vielen Wirtschaftsbereichen abgeschottet.

Nach 200 Jahren britischer Kolonialherrschaft wollte man die Unabhängigkeit zunächst auch volkswirtschaftlich zementieren und hat überdies ein Dickicht an Regeln und Vorschriften geschaffen. In den 1990ern wurden erst zaghaft, später dann entschlossener Liberalisierungen und Reformen angepackt. Unzählige regionale, soziale und religiöse Interessensgruppen, eine starke politische Fragmentierung, sowie eine große und meist sehr schwerfällige Bürokratie verzögern oder blockieren viele Prozesse. Gerade in den letzten fünf bis zehn Jahren ist viel in Bewegung geraten. Bei allem sozialen Elend, das es nach wie vor gibt, ist die Armut gerade im letzten Jahrzehnt stark zurückgegangen. Auch auf anderen Gebieten sind die Fortschritte unübersehbar.

 

Zum Beispiel?

Jürgen Maier: Die vor knapp zwei Jahren vollzogene große Steuerreform hat erstmals einen einheitlichen Binnenmarkt über alle Unionsstaaten hinweg geschaffen und wird sich langfristig spürbar auszahlen. Man hat das Subventionssystem umgebaut und Subventionsbetrug zugleich stark eingedämmt. Dadurch hat der Staat finanziellen Spielraum für Investitionen in Infrastruktur. Natürlich ist gerade auf letzterem Gebiet noch sehr viel zu tun, angesichts der Größe des Landes und seiner Bevölkerung, aber der Trend stimmt. Korruption ist zwar bei weitem nicht völlig verschwunden, aber sie geht zurück. Wenn ich in Indien mit Unternehmern und Investoren spreche, dann berichten sie mir von weniger Bestechungen und Vetternwirtschaft, besonders bei großen Staatsunternehmen und bei der Vergabe von Aufträgen.

 

Apropos, wie wichtig sind solche Gespräche vor Ort angesichts von Internet und Datenflut heutzutage noch?

Jürgen Maier: Unverzichtbar. Die fundamentale Einschätzung und Bewertung der einzelnen Unternehmen ist ja Dreh- und Angelpunkt unserer Investmentstrategie. Da kann man inzwischen zwar viel mehr aus der Ferne erledigen als noch vor 20 Jahren, aber bei weitem nicht alles. Und persönliche Gespräche mit Entscheidungsträgern in den Unternehmen sind ein essentieller Baustein für das Gesamtbild.

Mark Monson: Genauso ist es. Auch die Stimmungen und Überzeugungen, von denen ich eingangs gesprochen hatte, bekommen Sie nur mit, wenn Sie immer wieder direkt mit den Menschen vor Ort sprechen.

 

Eine abschließende Frage zum Handelskrieg zwischen China und den USA: Könnte er die Emerging Markets aus der Bahn werfen – speziell China und andere asiatische Länder?

Mark Monson: Nein, jedenfalls nicht dauerhaft. Der innerasiatische Handel und der asiatische Markt sind inzwischen so groß, dass Störfeuer aus den USA (oder auch aus Europa) zwar spürbar wären, letztlich aber kompensiert werden könnten. Und sein Gewicht wächst weiter – absolut und relativ. Langfristig würden sich die USA mit weiteren Eskalationen selbst mehr schaden als China oder Asien. Die potenziellen negativen Wirkungen würden aus meiner Sicht aber ohnehin weniger im Handel oder der Unterbrechung von Zulieferketten und Warenströmen zu finden sein. Die Unternehmen könnten sich daran recht schnell anpassen. Gravierender wäre es, wenn private Unternehmen ihre Investitionen dauerhaft massiv zurückfahren würden, denn diese sind der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung.

Mit dem Beitritt Chinas zur World Trade Organization (WTO) im Jahr 2001 und den Reformen in vielen Ländern der Region nach 1998 wurde ein zwar sicher nicht perfektes, aber doch stabiles, recht klar geregeltes und damit weitgehend berechenbares Spielfeld für die Unternehmen etabliert. Das droht jetzt Schaden zu nehmen. Vor allem das einseitige Aufkündigen bestehender Verträge nebst Sanktionspolitik nach Gutdünken, wie es die USA derzeit betreiben, ist Gift für private Investitionen. Wenn Sie sich nicht mehr darauf verlassen können, dass die heutigen Regeln morgen noch gelten, überlegen Sie sich als Unternehmer jede Investition zweimal.

 

Das klingt dann aber doch sehr bedrohlich. Oder?

Mark Monson: Dieser Konflikt ist sehr gravierend und niemand weiß, was alles noch passieren wird. Aber ich bin mir in einem ziemlich sicher: Die Emerging Markets sind ein Zug, der unter Volldampf steht. Nicht einmal die USA wären heutzutage noch in der Lage, ihn dauerhaft zu stoppen oder gar zum Entgleisen zu bringen. Abgesehen davon, dass die allerwenigsten irgendetwas davon hätten.

Ich bin jetzt seit 30 Jahren in diesem Geschäft. Und das wirklich Faszinierende ist, dass in all der Zeit der Fortschritt in den Schwellenländern durch nichts aufzuhalten war. Rückschläge gab es immer wieder, und es wird sie höchstwahrscheinlich auch künftig geben. Aber der Trend für die Emerging Markets insgesamt war immer einer des Aufstrebens und des Fortschritts, nicht des Zerfallens oder Zurückfallens.

 

Dies ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH. Stand: Mai 2019

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