Reise in eine andere Welt

Auch wenn wir keine Statistik zur Hand haben, wird vermutlich niemand widersprechen, wenn wir behaupten, dass die mediale Präsenz des Begriffs „Gesundheit“ heute allgegenwärtig ist. Kein Magazin, das auf sich hält, kommt ohne Gesundheitsrubrik aus, TV- und Radioprogramme widmen sich dem Thema in unterschiedlichsten Formaten und unter dem Suchbegriff „Gesundheit“ produziert Google nicht weniger als 25 Millionen Ergebnisse. Gesundheit ist ein wertvolles Gut – und ein ziemlich gutes Geschäft.

Wer sich nach dieser Einleitung fragt, was das Thema dieses Artikels mit Reiselust zu tun hat, sei beruhigt: Darauf kommen wir noch. Denn es ist kein Geheimnis, dass auch die Tourismusbranche längst auf eines der Kernthemen unserer westlichen Vorstellung vom perfekten Leben reagiert hat. Das Angebot an einschlägigen Reiseangeboten ist umfangreich.
 
Wann sind wir gesund?
Doch gehen wir es langsam an. Was heißt das eigentlich, gesund zu sein? Ist es der funktionierende Körper, der ohne Medikamente und sonstige medizinische Eingriffe auskommt und sich unseren Befehlen unwidersprochen fügt? Welche Rolle spielt unsere psychische Verfassung dabei? Ist Gesundheit tatsächlich ein absoluter Zustand? Und stimmt das trügerische Bild vom sportlichen, schlanken und erfolgreichen Menschen, den nichts im Leben so leicht aus der Fassung bringt? Oder laufen wir dabei Gefahr, einem Trugbild auf den Leim zu gehen, das uns wiederum jede Motivation raubt, weil es in unerreichbarer Ferne schillert?
 
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit jedenfalls als „einen Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“. So gesehen – und das ist das Beruhigende – gibt es vermutlich nicht allzu viele hundertprozentig gesunde Menschen auf der Welt. Die Phasen absoluter Harmonie zwischen allen drei genannten Säulen sind wahrlich kein lebenslanger Dauerzustand.
 
Gesund ist, was uns gut tut
Gesund zu bleiben wünscht sich jeder. Wir können viel dazu beitragen – und über das Wie wissen wir mittlerweile bestens Bescheid. An mangelnder Aufklärung kann es – und das ist die nächste Behauptung – wohl nicht liegen.
 
Dennoch schaffen es nur wenige, die goldenen Regeln einzuhalten. Viel Gemüse und Obst, wenig Süßes? Wir wissen es und halten uns tagsüber vielleicht sogar daran, aber am Abend geht ja doch wieder die Suche nach Schokoladeresten oder der angebrochenen Chipspackung los.
Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft? Ja, wir haben es uns eisern vorgenommen. Diese Woche klappt es ganz bestimmt!
Ruhepausen nach Stressphasen und die Vermeidung von Risikofaktoren wie Zigaretten, Kaffee und Alkohol? Sicher, wir wollen schon lange damit aufhören.
 
Was so einfach klingt, scheint also gar nicht so einfach zu sein. Gegen eine Welt des allgegenwärtigen Überflusses Widerstand zu leisten und sich auf Wesentliches, nämlich die eigenen Körpersignale und die entscheidende Grenze zwischen Genuss und Betäubung zu besinnen ist tatsächlich schwierig. Kein Wunder also, wenn sich Experten besorgt darüber zeigen, dass die Gesundheitsschere immer weiter aufgeht: da die überzeugten Gesundheitsfanatiker, dort die resignierten Couchpotatoes.
 
Weniger Druck, mehr Leben
Gesundheit ist kein absoluter Zustand, sondern vielmehr ein ständig schwankendes Kontinuum zwischen Krankheit und deren Gegenteil, so zumindest hat es der Soziologe Aaron Antonovsky in den späten 70er-Jahren definiert. Ein gesundes Leben muss ebenso wenig Dogma sein.
 
Nehmen Sie sich also nicht zu viel vor, lassen Sie sich nicht von (falschen) Vorbildern, die nichts mit Ihrem eigenen Leben zu tun haben, demotivieren, sondern versuchen Sie Ihre Handlungsspielräume in kleinen Schritten auszudehnen.
 
Wer Joggen hasst, den wird es auch nicht gesünder machen. Wie wär’s also mit einem Bauchtanzkurs? Wer Schokolade liebt, wird ein Generalverbot dazu nützen, es zu brechen. Probieren Sie es stattdessen mit zwei Stückchen. Machen Sie dabei unbedingt das Fernsehgerät aus und schließen Sie die Augen. Sie werden es genießen – und zugleich merken, dass eine Miniportion reicht, um Ihre Lust zufriedenzustellen. Und: Treffen Sie Ihre Freundin das nächste Mal unbedingt zum Spaziergang statt zu Hause. Dabei tun Sie Ihrem Körper etwas Gutes und betreiben beim Plauschen zugleich die nötige Psychohygiene.
 
Gesundheit ist (auch) Gefühlssache
Stress im Job, Stress mit dem Partner, Stress mit den Kindern. Das Leben meint es nicht immer gut mit uns. Steigen Sie hin und wieder ganz bewusst aus.
 
Verzichten Sie doch beim nächsten vorprogrammierten Streit bewusst darauf, ihn mitzumachen. Gehen Sie stattdessen im Laufschritt um den Häuserblock, umarmen Sie einen Baum, gehen Sie zum Schattenboxen auf den Balkon. Tun Sie, was immer Ihnen dazu einfällt, nur machen Sie es nicht wie immer. Versuchen Sie, einmal anders zu reagieren als gewohnt. Das wirkt Wunder und es wird Ihnen danach besser gehen. Je öfter es Ihnen gelingt, schlechte Gewohnheiten oder alte Muster durch alternative Handlungen zu durchbrechen, desto näher rücken Sie dem ausgewogeneren Gefühlshaushalt.
 
Und natürlich kommt an dieser Stelle die Sache mit dem Wegfahren ins Spiel. Wer eine Reise nach innen unternehmen möchte und sich für buddhistische Meditation interessiert, sollte es einfach einmal ausprobieren. Im Kurs um die Ecke – oder im griechischen Kloster, je nach Budget und persönlichen Vorlieben. Wer das Gefühl hat, seinem Körper eine Entgiftung schuldig zu sein, findet eine Fülle an Angeboten, die ihm gut tun werden. Und wen es entspannt, sich im warmen Wasser treiben zu lassen oder nach einem Saunagang erholt zu entschlummern: ab ins Wellnesswochenende, egal ob zu zweit oder allein. Raiffeisen Reisen hat dazu ein attraktives Angebot für Sie.
 
Eines sollten Sie auf dem Weg zum guten Leben aber nie aus den Augen verlieren: sich selbst. Seien Sie also ab heute freundlich und gut zu sich, das hilft!
 
 
 
Land: Österreich
Reisebericht
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