Ein Land zwischen zwei Ozeanen

Auch landschaftlich hat der Gastgeber der diesjährigen Fußball-WM einiges zu bieten: An der Südspitze des afrikanischen Kontinents zwischen Atlantik im Westen und Indischem Ozean im Osten gelegen, fasziniert Südafrika seine Besucher mit einer Vielfalt an Möglichkeiten und abwechslungsreichen Orten. Begleiten Sie uns auf einen kleinen Streifzug zu den Highlights dieses wunderschönen und interessanten Landes.

Wilde Tiere und Afrika pur.
Gleich nach der Landung in Johannesburg, der größten Stadt Südafrikas und dessen wirtschaftliches Zentrum, geht es per Safaribus weiter in den Kruger-Nationalpark. Das ist auch gut so, denn in Johannesburg selbst gibt es kaum etwas, was für Besucher von großem Interesse ist. Da verhält es sich mit dem 19.486 Quadratkilometer Fläche aufweisenden und somit größten Nationalpark Südafrikas (www.krugerpark.co.za) schon etwas anders. Er wurde am 26. März 1898 unter Präsident Paul Kruger – daher auch der Name – zum Schutz der afrikanischen Flora und Fauna gegründet. Die Artenvielfalt ist wirklich beeindruckend – 336 Baumarten, unzählige Pflanzen-, 49 Fisch-, 34 Amphibien-, 114 Reptilien-, 507 Vogel- und 147 Säugetierarten sind hier anzutreffen. Somit ist die Begegnung mit freilebenden Wildtieren ohne Zweifel garantiert – und dies nicht nur am Tag. Aber dazu später mehr. Während der Fahrt durch den weitverzweigten Park trifft man auf Antilopen, Zebras, Giraffen, Krokodile, Geier und viele andere Tiere. Mit etwas Glück kann man an ein und demselben Tag die „Big Five“, nämlich Elefant, Nashorn, Wasserbüffel, Löwe und Leopard – die Bezeichnung stammt von Großwildjägern aus längst vergangenen Zeiten –, vor die Kameralinse bekommen. Danach ist jeder um einige unvergessliche Erlebnisse reicher und von der afrikanischen Natur unweigerlich begeistert. Um diese Eindrücke zu vervollständigen, sollte man unbedingt ein bis zwei Nächte in einer der komfortablen Lodges im Kruger-Park einplanen: Barbecue auf der Terrasse des Restaurants mit anschließender Nächtigung in einem Komfortzelt oder Bungalow in Form einer Rundhütte, und alles begleitet vom nächtlichen Konzert der afrikanischen Tierwelt. Auf jeden Fall sollten Sie auch die in diesen Camps angebotene Möglichkeit zur Morgenpirsch nützen. Zugegeben, um fünf Uhr früh schon im Geländewagen unterwegs zu sein ist etwas hart. Sie werden aber mit fantastischen Erlebnissen und prächtigen Fotomotiven von der erwachenden Natur und Tierwelt mehr als belohnt. Oft gibt es anschließend ein Champagnerfrühstück unter freiem Himmel an einem der zahlreichen Flussläufe in direkter Nachbarschaft mit den Flusspferden. Keine Angst, das alles ist vollkommen sicher. Dafür sorgen die Wildhüter, die gleichzeitig im Busch ein Frühstück zaubern, wie es in einem Luxushotel nicht besser sein könnte.

Freizeitspaß und Erholung.
Spricht man davon, so denkt jeder unweigerlich an Sun City (www.suninternational.com). Dieses Freizeit- und Vergnügungsresort im Nordwesten des Landes, rund 150 Kilometer von Johannesburg und Pretoria entfernt, wird auch als Little Las Vegas bezeichnet. Der Ort ist umgeben von Bergen und der weiten Landschaft des afrikanischen Busches. Zahlreiche Luxushotels mit Poolanlagen, teilweise sogar mit eigenem künstlichen Sandstrand und Gärten, die durchaus in die Kategorie „gigantisch“ passen, lassen kaum einen Wunsch offen. Dazu kommen zahlreiche Kasinos mit abendlichen Shows und Konzertauftritten internationaler Stars, Wasserparks, gezählte 41 Restaurant und Bars sowie zwei Topgolfplätze. Ja, sogar über einen eigenen kleinen Flugplatz verfügt das Resort, damit die Anreise auch bequem und schnell vonstatten geht. Wer mehr Zeit hat, nimmt den Bus oder Mietwagen und lernt so einen weiteren Teil der beeindruckenden Landschaft Südafrikas kennen.

Die südlichste Stadt Afrikas.
Die Rede ist von Kapstadt (www.capetown.gov.za), einer Metropole an der Südspitze des „Schwarzen Kontinents“. Eng an ihr berühmtestes Wahrzeichen, den Tafelberg, geschmiegt, verzaubert die zweitgrößte Stadt Südafrikas ihre Gäste durch ihren einzigartigen Charme und das mediterrane Flair. Vormittags im Atlantik, nachmittags im Indischen Ozean schwimmen – wo sonst als an den Stränden rund um Kapstadt kann man dies am selben Tag bewerkstelligen? Doch die Stadt und ihre Umgebung haben noch viel mehr zu bieten. Schon die holländischen Kolonialisten im 17. Jahrhundert verfielen dieser Gegend. Ein Kaufmann, Jan van Riebeeck, landete 1652 mit seinem Schiff in der „Table Bay“ und gründete im Auftrag der Holländisch-Ostindischen Handelskompanie einen Versorgungsstützpunkt für alle Handelsschiffe auf ihrem langen Weg nach Indien. Die Stadt am Kap, Kapstadt, war geboren. Aber lassen Sie uns wieder in die Gegenwart zurückkehren – und ins Zentrum, eingebettet zwischen vier Bergen – Lion’s Head, Table Mountain, Devil’s Peak und Signal Hill. Sie sind beliebte Ausflugsziele und mit Ausnahme des Tafelbergs (Table Mountain) zudem die grüne Lunge der Stadt. Aber auch Spaß und Shopping kommen hier nicht zu kurz. Dafür sorgt das größte Einkaufs- und Vergnügungszentrum Afrikas – die „Victoria & Albert Waterfront“, benannt nach Prinz Albert und dessen Mutter, Englands Königin Victoria. Als es 1944 errichtet wurde, bestand das Viertel aus Lagerhallen, Verwaltungsgebäuden und Schifffahrtsbüros, die langsam, aber sicher verfielen und keinen rühmlichen Anblick mehr boten. Daher entschloss sich die Stadtverwaltung zu einer Generalsanierung. Heute stehen dem Besucher zahlreiche Theater, Kinos, Märkte, Geschäfte, Cafés, Bars und Restaurants in bunt bemalten Häusern, die dem ganzen Areal seine unvergleichliche Ausstrahlung verleihen, zur Verfügung. Von den Bootsanlegern der Waterfront fahren Ausflugsschiffe hinüber nach Robben Island, das ist jene ehemalige Gefängnisinsel – heute ein Museum – in der Tafelbucht vor Kapstadt, auf der Nelson Mandela und zahlreiche seiner Mitstreiter so viele Jahre gefangen waren. Oder wie wäre es mit dem Besuch des Two-Oceans-Aquariums mit über 300 Meeresbewohnern aus Atlantik und Indischem Ozean? Was auch immer Sie bevorzugen, auf jeden Fall sollte eines der vielen gastronomischen Angebote im Waterfront-Viertel genutzt werden. Denn die „Früchte des Meeres“ inklusive Fisch sind hier nicht nur absolut frisch, sondern werden auch hervorragend zubereitet. Dazu ein Glas ausgezeichneten südafrikanischen Weins – das ist wirklich zu empfehlen.

Apropos Wein
Nicht weit von Kapstadt, etwa ein, zwei Stunden mit dem Auto entlang der wildromantischen Küstenstraße am Indischen Ozean, gelangt man in die Weinregion Südafrikas. Ein Erlebnis der ganz besonderen Art erwartet jeden, der sich ins bergige Hinterland der Kaphalbinsel – mit Gebirgszügen bis zu 1500 Meter Höhe – begibt. Auch wenn Sie kein Weinfreund oder vielleicht sogar Antialkoholiker sind, sollten Sie sich dies nicht entgehen lassen. Unübersehbar ist in dieser Landschaft der Wein, für den dieser Teil Südafrikas weltbekannt ist – und das schon seit 1655. Heute ist Südafrika der achtgrößte Weinproduzent der Welt. Die edlen Tropfen stammen fast ausschließlich aus der südlichen Kapregion. Grund dafür ist mit Sicherheit das ideale Klima – milde feuchte Winter und trockene, aber nicht zu heiße Sommer – in Verbindung mit geeigneten Bodenverhältnissen. Von der Qualität des gekelterten Produkts kann man sich gleich selbst auf den idyllischen Weingütern, meist weißgestrichene Gebäude im typisch kapholländischen Stil, direkt vor Ort überzeugen. Das Zentrum des südafrikanischen Weinbaus ist die Region um Stellenbosch, Paarl, Franschhoek sowie Constantia mit dem ältesten noch existierenden Weingut des Landes (1685), „Groot Constantia“.

 

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