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20.07.2010 12:00:00 (PRESSE)

Eco: Aktionäre nehmen Conwert-Angebot an

immoaktien. Kleinanleger von Eco Business sollten auch ihre Aktien zu 7,15 Euro verkaufen, raten Experten.

Von andreas kerschbaumer

wien. Die Übernahme der Immobiliengesellschaft Eco Business durch ihren Wiener Mitbewerber Conwert dürfte kein großes Problem mehr darstellen. Zuletzt besserte Conwert ihr Übernahmeangebot von 6,5 auf 7,15 Euro pro Eco-Aktie auf.

Der Preis liegt damit knapp 30 Prozent unter dem Buchwert der Eco Business. Damit können die meisten Investoren offenbar leben. Die Pioneer Investment, zweitgrößter Aktionär von Eco, wird das Angebot annehmen. Auch Raiffeisen Capital Management, das deutsche Bankhaus Ellwanger & Geiger oder der ehemalige Meinl-Investments-Chef Wolfgang Matejka werden ihre Eco-Anteile an Conwert verkaufen.

"Die Übernahme wird erfolgreich verlaufen", glaubt Günther Artner, Analyst der Erste Bank. Erfolgreich bedeutet, dass Conwert zumindest 75 Prozent der Eco-Anteile halten wird (knapp 25 Prozent hält sie schon). In "fernerer Zukunft" werde Conwert mehr als 90 Prozent von Eco Business übernehmen und die Gesellschaft von der Börse nehmen, glauben Analysten.

Verkaufsempfehlung für Eco-Aktionäre

Was bedeutet das für die Eco-Kleinanleger? Die gebotenen 7,15 Euro liegen immerhin um deutlich über 50 Prozent über dem durchschnittlichen Kurs der vergangenen zwölf Monate. "Verkaufen! Wenn man das Conwert-Angebot jetzt annimmt, bekommt man vielleicht schon im August den Erlös dafür. Dieses Geld kann man dann neu anlegen, etwa in andere Aktien. Der Zeitpunkt dafür ist gut, wenn man bedenkt, dass die Kurse an der Wiener Börse derzeit tief liegen", sagt Artner. "Das erlöste Geld für den Eco-Verkauf könnte man dann in die Conwert investieren, da die Conwert-Aktie meiner Meinung nach noch relativ billig zu haben ist", sagt Andreas Wölfl, Geschäftsführer von Minerva Investments und Experte des heimischen Aktienmarktes. Andere sehen die Lage bei Conwert durch die Eco-Übernahme nicht mehr so optimistisch. Das französische Brokerhaus Cheuvreux hat die Conwert-Aktie erst kürzlich abgestuft. Die Begründung: Bisher sei Conwert ein Spezialist für den hochqualitativen Wohnbau gewesen. Mit der Übernahme verwässere sie ihr Profil.

Cheuvreux kritisiert, dass Conwert nun als Anbieter mit unterschiedlichen Immobilienkategorien (da das Immobilienportfolio von Eco hauptsächlich aus Büroimmobilien besteht) auftritt. Zwar hat Conwert bereits angekündigt, Eco-Immobilien verkaufen zu wollen. Da der Investmentmarkt derzeit aber auf hochqualitative Immobilien fokussiert sei, könnten sich Verkäufe als schwierig erweisen, heißt es bei Cheuvreux.

Squeeze-out: "Es gäbe nicht mehr Geld"

Jene Eco-Aktionäre, die das Übernahmeangebot partout nicht annehmen wollen, könnten früher oder später von Conwert - sofern diese mehr als 90 Prozent an Eco hält - "verbannt" werden (sogenannter "Squeeze-out"). "In diesem Fall würden sie wohl auch nicht mehr als 7,15 Euro bekommen. Sie würden das Geld für die Eco-Anteile damit zu einem viel späteren Zeitpunkt bekommen und könnten es in der Zwischenzeit nicht neu anlegen", so Artner.

Land: Österreich