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09.07.2010 12:00:00 (MEDIANET)

AIFM: Chance oder Hürde?

Neue EU-Richtlinie Vereinigung Alternative Investments: Ganze Investment Management Branche ist im Umbruch

Richtlinie gilt zu Unrecht als Hedgefonds-Richtlinie allein; auch Immofonds könnten betroffen sein.

Wien. Die Vereinigung Alternativer Investments (VAI) und Deloitte luden vergangene Woche zu einer Diskussionsveranstaltung, um sich dem neuen, umfassenden Regelwerk zur geplanten Reform der Investment Management Industrie zu widmen, der Richtlinie für Alternative Investment Fund Managers (AIFM).

Ist die Vielzahl an aktuellen Regularien wie Basel III, Solvency II und AIFM nicht nur ein verzweifelter Versuch der europäischen Gesetzgebung, Schuldige zu suchen, statt das eigentliche Problem zu identifizieren und zu lösen?, hinterfragt Dominik Damm, Partner der Deloitte FSI Advisory, die Initiative kritisch.

Keine Hedgefonds-Richtlinie

Entgegen der bisherigen öffentlichen Wahrnehmung sei die AIFM-Richtlinie, die sich erst noch im Entwurfsstadium befindet, keine Hedgefonds Richtlinie. Vielmehr wird sie weitreichende Auswirkungen auf die nationale und internationale Financial Services Industry haben. Die neuen Anforderungen betreffen nicht nur klassische Alternative Investment Fund Manager wie Hedgefonds und Private Equity Fonds, sondern u.a. auch Immobilien-Investmentfonds und Spezialfonds, wie sie von jeder österreichischen Kapitalanlagegesellschaft (KAG) aufgelegt werden. Diese Tatsache mache eine Vielzahl österreichischer KAGs zu Alternative Investment Fund Managern im Sinne der Richtlinie.

Heinz Macher, Leiter der Rechtsabteilung der Raiffeisen KAG: Die AIFM-Richtlinie betrifft nicht nur die bis dato unregulierten Fondsanbieter auch Fondsgesellschaften, die dem Investmentfondsgesetz unterliegen, haben Produkte, die an die AIFM-Richtlinie anzupassen sein werden. Darüber hinaus betreffe die AIFM-Richtlinie auch Service Provider der neu definierten Alternative Investment Fund Manager, wie z.B. Depotbanken und Prime Broker sowie professionelle Investoren und Aufsichtsbehörden.

Doppelregulierung möglich

Die kontroversen Diskussionen auf europäischer Ebene, der weit gefasste Anwendungsbereich des Richtlinienentwurfs, mögliche Doppelregulierungen österreichischer KAGs und Wertpapierfirmen nach AIFM und UCITS IV sowie die Tatsache, dass zum jetzigen Zeitpunkt das Ausmaß und die konkrete Ausgestaltung der tatsächlichen Veränderungen nur schwer abzuschätzen sind, führen derzeit zu Verunsicherung auf Seiten der Betroffenen. Besonders kritisch wird die mangelnde Einbindung der Industrie gesehen. Eine ausgereifte, offene und weltweite Diskussion mit der Investment Management Industrie ohne nationale Vorbehalte und unnötigen Zeitdruck ist absolut erforderlich, um international ein brauchbares Ergebnis zu erzielen, sagt Elisabeth Lucius von Deloitte FSI Advisory.

Bild: Martin Greil, VAI-Generalsekretär, sieht auch Vorteile: AIFM wird sich zu einem Gütesiegel für Alternative Investments Produkte (AIFs) entwickeln, analog zu UCITS.

Land: Österreich