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25 Jahre Raiffeisen-Osteuropa-Aktien

Märkte im Wandel

25 Jahre Raiffeisen-Osteuropa-Aktien

 

Als eine der ersten Fondsgesellschaften hat die Raiffeisen Kapitalanlage GmbH am 21. Februar 1994 einen Aktienfonds aufgelegt, der erstmals in die Märkte Zentral- und Osteuropas investiert hat: den Raiffeisen-Osteuropa-Aktien. Im Blickpunkt standen die damals noch als Transformationsstaaten bezeichneten Länder, die mit dem Fall des sogenannten Eisernen Vorhangs auch für Investoren aus dem Westen von immer größer werdendem Interesse waren.

Heute, 25 Jahre später, lässt sich die Auflage des Raiffeisen-Osteuropa-Aktien als Erfolgsgeschichte bezeichnen. Wir nehmen das Jubiläum zum Anlass, die Manager des Fonds über „ihre“ größten Märkte und deren Veränderungen erzählen zu lassen. 

 

RUSSLAND

Vor 25 Jahren… war der russische Markt noch weit weniger professionalisiert: Die Firmen, in die Anleger investieren konnten, verfügten teilweise nicht einmal über Präsentationsunterlagen. Aussagekräftige Bilanzdaten waren eher Mangelware. Die Accounting-Standards hinkten den westlichen Anforderungen weit hinterher, sodass wir die ausgewiesenen Gewinnzahlen nicht eins zu eins auf unsere Bilanzierungsstandards umlegen konnten. Das galt es in der Analyse der Unternehmen zu berücksichtigen. Eine valide finanzielle Einschätzung der Unternehmen, in die man investierte, gestaltete sich dadurch schwierig. Auch ließ die Behandlung von Minderheitsaktionären oft sehr zu wünschen übrig. Die Börse hinkte als Investitionsmarkt den neuen Märkten Zentraleuropas hinterher und hat erst später enorm an Bedeutung gewonnen.

Heute… ist Moskau eine moderne Metropole, die wenig mit der damals noch sehr grauen und sowjetisch geprägten Großstadt zu tun hat. Der Kapitalmarkt ist mit Abstand der größte und wichtigste der Region. Die Standards sind längst jenen der westlichen Märkte angepasst. Der russische Aktienmarkt ist allerdings sehr rohstofforientiert (Öl, Gas, Stahl und andere Metalle). Daher spielt der Ölpreis für die Entwicklung der Moskauer Börse eine erhebliche Rolle. Das zeigt sich auch an den Marktausschlägen der vergangenen 25 Jahre. Als der Ölpreis über 100 US-Dollar pro Barrel erzielte, erlebte der russische Aktienmarkt seine Boomjahre. Starke Einbrüche gab es während der russischen Krise im Jahr 1998 und während der globalen Finanzwirtschaftskrise 2008. Politische Themen sind für Russland-Anleger ebenfalls von großer Bedeutung. So drücken die Sanktionen der EU und den USA auf die eigentlich großen Potenziale des russischen Aktienmarktes.

Millendorfer Angelika

Am Management russischer Aktien fasziniert mich… unter anderem, dass ich im Rahmen von Unternehmensbesuchen an Schauplätze komme, die ich ansonsten sicherlich nicht gesehen hätte. Wer kommt schon auf sibirische Ölfelder, oder kann mehrere 100 Meter unter Tag eine Nickelmine besichtigen?

Und wie geht es weiter? Politik bleibt ein wichtiger Faktor für den russischen Aktienmarkt. Weitere Sanktionen – vor allem seitens der USA – könnten Anlegern zu schaffen machen. Auch im Konflikt mit der Ukraine gibt es keine Fortschritte. Ein Stopp der Zinsanhebungen in den USA ist für die Emerging Markets ganz allgemein und auch für Russland unterstützend.

Angelika Millendorfer

 

ZENTRALEUROPA

Vor 25 Jahren… drehte sich auf dem ungarischen Aktienmarkt und auch an anderen Märkten Zentral- und Osteuropas (fast) alles um Privatisierungen. Viele Ungarn hatten nach dem Fall des Eisernen Vorhangs von der Regierung sogenannte Entschädigungsscheine als Wiedergutmachung für Enteignungen während des Kommunismus erhalten. Diese konnten sie entweder – mit großen Abschlägen – in Geld umtauschen, oder aber abschlagslos in Aktien privatisierter Staatsunternehmen investieren. So waren Anfang der 1990er Jahre viele Ungarn – wenn auch nur für kurze Zeit, da die Titel oft gleich wieder weiterverkauft wurden – Aktionäre. Der Börsenhandel lief in dieser Frühphase noch sehr altmodisch ab. Private Investoren begaben sich oft selbst in den Besucherraum der Börse, um sich über die Kursentwicklung direkt zu informieren und ihre Orders an die Händler zu geben. Wer nicht gleich weiterverkaufte, sondern länger in einem Titel blieb, konnte mitunter hohe Profite erwirtschaften. Denn einige der privatisierten Unternehmen haben ihren Börsenwert innerhalb kurzer Zeit vervielfacht. Die professionellen Fondsmanager des Raiffeisen-Osteuropa-Aktien haben ihre Orders aber auch schon damals telefonisch von Wien aus an die Broker weitergeleitet.

Heute… ist diese Art des Aktienhandels nicht nur in Ungarn, sondern auch in den anderen zentraleuropäischen Staaten, in die der Raiffeisen-Osteuropa-Aktien investiert, Geschichte. Der Handel von Wertpapieren läuft schon seit vielen Jahren elektronisch über Computerorders. Ungarn, Polen, Tschechien, die Slowakei, Rumänien und Bulgarien sind inzwischen Teil der Europäischen Union, von der sie wirtschaftlich enorm profitieren – und umgekehrt. Waren die Märkte Ende der 1990er Jahren noch fast ausschließlich von den Exporten nach Russland abhängig, sind nun die Länder der Europäischen Union (EU) die stärksten Handelspartner, allen voran Deutschland und Österreich. Der wirtschaftliche Erfolg – stark getrieben vom Strukturfonds der EU – aber auch vom Kreditwachstum in den Ländern, ist eine echte Erfolgsgeschichte der EU. Von enormer wirtschaftlicher Bedeutung ist die Autoindustrie Deutschlands und Frankreichs, die von zahlreichen Unternehmen aus Polen, Ungarn, Tschechien und Rumänien mit Einzelkomponenten beliefert wird.

Szalkai Andras

Am Management der zentraleuropäischen Aktien fasziniert mich… die enorme Transformation der Märkte. Unter massiven Anstrengungen sind viele der Länder, in die wir investieren, heute weiter als so manches „entwickelte“ Land: moderne Infrastruktur, steigende Pro-Kopf-Einkommen, vielerorts herrscht Unternehmergeist. Die Menschen haben Ideen und Visionen.

Und wie geht es weiter? Die Region ist innerhalb der EU eine Erfolgsregion. Sie wächst schneller als der Westen. Der Motor der EU hat sich – wenn man so will – weiter in den Osten verschoben. Daher wird es in diesen Ländern immer gute und erfolgreiche Unternehmen geben. Im Gegensatz zu anderen Schwellenländern sind diese Länder in Hinblick auf Pro-Kopf-Einkommen, Infrastruktur, Bildungsniveau etc. sehr gut entwickelt.

András Szálkai

 

TÜRKEI

Vor 25 Jahren… war die Börse Istanbuls gerade einmal acht Jahre alt und die Türkei ein noch sehr junger und wenig liquider Kapitalmarkt. Zu dieser Zeit war der Raiffeisen-Osteuropa-Aktien noch nicht in der Türkei investiert. Die türkische Wirtschaft war von Boom-Bust-Zyklen (also starken Auf- und Abwärtsbewegungen) geprägt und Inflationsraten um die 75 % waren keine Seltenheit. Erst mit der Regierungsübernahme durch die AKP im Jahr 2002 stabilisierte sich die Wirtschaft. Die Inflationsraten fielen auf niedrige einstellige Werte. Die Boom-Jahre der Türkei nahmen ihren Anfang und fanden mit der Aufnahme von Beitrittsverhandlungen in die Europäische Union (die inzwischen wieder auf Eis liegen) im Jahr 2005 einen absoluten Höhepunkt. Die Wirtschaft brummte und mit ihr der Aktienmarkt. Die Türkei wurde zum Star internationaler Investoren und auch im Portfolio des Raiffeisen-Osteuropa-Aktien war die Türkei ein wichtiger Ertragsbringer. Immer mehr Unternehmen drängten an die Istanbuler Börse und richteten ihre Geschäfte an internationalen Märkten aus. Mehrere Börsengänge pro Jahr waren keine Seltenheit. Direktinvestitionen und Kreditwachstum schossen nach oben. Auch wenn die Finanzwirtschaftskrise 2008 einen Dämpfer mit sich brachte, konnte sich die Türkei in den Krisenjahren im Vergleich zu anderen Märkten sehr gut halten.

Heute… bzw. in den letzten fünf Jahren, hat der Kapitalmarkt Türkei aufgrund der politischen Unsicherheiten viele Investoren verloren. Die Wirtschaft hat sich deutlich abgeschwächt. Die Stimmung im Land ist aktuell gedrückt, denn die Währungskrise ist nicht nur bei den internationalen Investoren angekommen, sondern vor allem aufgrund von stark gestiegenen Lebensmittelpreisen vor allem auch bei den Türken selbst. Doch türkische Unternehmen haben gelernt, extrem gut mit Krisen umgehen. Innerhalb kürzester Zeit schalten sie in den Krisenmodus und orientieren sich an den neuen Gegebenheiten. Daher ist es auch wahrscheinlich, dass die Türkei – sofern sie die aktuellen politischen Unsicherheiten überwinden kann –  wieder an ihre Erfolgsjahre anknüpfen wird. Die türkischen Unternehmen sind dafür jedenfalls bestens positioniert.

Holek Gregor

Am Management türkischer Aktien fasziniert mich… in erster Linie die Dynamik und Flexibilität der Akteure. Viele Türken sind sehr fleißig und fokussiert und machen mit Leidenschaft und Freude Geschäfte. Sie sind sehr stolz auf die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei.

Und wie geht es weiter? Die Türkei hat es selbst in der Hand. Wir gehen davon aus, dass sie schon bald wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren wird.

Gregor Holek


Weitere Informationen:
Artikel in der Raiffeisenzeitung , 21.2.2019

 

Dies ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH. Stand Februar 2019.

Veranlagungen in Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten.

Der Raiffeisen-Osteuropa-Aktien weist eine erhöhte Volatilität auf, d.h. die Anteilswerte sind auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach unten ausgesetzt, wobei auch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können. Im Rahmen der Anlagestrategie kann überwiegend (bezogen auf das damit verbundene Risiko) in Derivate investiert werden.

Die veröffentlichten Prospekte bzw. die Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG sowie die Kundeninformationsdokumente (Wesentliche Anlegerinformationen) der Fonds der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. stehen unter www.rcm.at in deutscher Sprache (bei manchen Fonds die Kundeninformationsdokumente zusätzlich auch in englischer Sprache) bzw. im Fall des Vertriebs von Anteilen im Ausland unter www.rcm-international.com in englischer (gegebenenfalls in deutscher) Sprache bzw. in Ihrer Landessprache zur Verfügung.

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