Die nachfolgenden Einschätzungen und Positionierungen stellen eine Momentaufnahme dar und können sich jederzeit und ohne Ankündigung ändern. Sie sind keine Prognose für die künftige Entwicklung der Finanzmärkte oder für den Raiffeisen-HealthCare-Aktien.

"Wir liefern Mehrwert"

Interview Raiffeisenzeitung, 10.6.2020

Die Corona-Pandemie hat auch an den Kapitalmärkten zu Verwerfungen geführt. Wie die Raiffeisen KAG bisher durch die Krise gekommen ist, erläutert deren Vorsitzender der Geschäftsführung, Rainer Schnabl.

 

Wie ist es der Raiffeisen KAG bisher in der Corona-Krise ergangen?

Viel besser als erwartet. Der Wechsel ins Homeoffice war kurzfristig ein gewisser Schock, aber hier hat sich gezeigt, dass Vorgaben von der Finanzmarktaufsicht oder vom Regulator auch positiv sein können. Denn im Zuge unseres Business Continuity Managements müssen wir immer vorbereitet sein, unsere Geschäfte auch außerhalb der Büroräumlichkeiten durchführen zu können – und das haben wir in Kraft gesetzt: Binnen zwei Tagen ist es gelungen, 98 Prozent unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Homeoffice zu bringen. In einer der schwierigsten Kapitalmarktphasen der letzten Jahre haben wir unser gesamtes Geschäft von zuhause erledigt. Rückblickend ist das ein gutes Gefühl, weil es für die Zukunft Möglichkeiten bietet, wie man sich für den Arbeitsmarkt und für Mitarbeiter attraktiver aufstellen kann.

Wie verhalten sich die Anleger –​ gibt es viele Abflüsse?

Wir haben zwei große Anlegergruppen, die vom Zugang unterschiedlich vorgehen. Zum einen institutionelle Kundinnen und Kunden, die selbst am Kapitalmarkt sind, die wissen, was sich tut, und nicht emotional, sondern rational entscheiden. Es war spannend zu sehen, dass wir bei dieser Kundengruppe fast keine Abflüsse gesehen haben. Es gab sogar Kunden, die sich im Zuge von Ausschreibungen zuletzt aktiv für die KAG entschieden haben. Bei den Privatkunden wissen wir aus der Vergangenheit, dass diese bei Verwerfungen an den Märkten ihre Veranlagungen oft kurzfristig auflösen. Überraschenderweise war das dieses Mal nicht der Fall.

Worauf führen Sie das zurück?

Der Grund dafür könnte darin liegen, dass die Corona-Krise bzw. der Lockdown sämtliche Bereiche des Lebens betroffen hat und somit der erste Weg unserer Kunden nicht gleich der zur Bank war. Das hat viele davor bewahrt, zur falschen Zeit einen Schritt zu setzen, den sie danach bereut hätten. Was wir auch gesehen haben: Jahrelang waren Mischfonds das bestimmende Produkt, Monat für Monat waren das die Bestseller. Aber heuer haben wir im April und Mai im Privatkundengeschäft über die Raiffeisenbanken, also unserem stärksten Bereich, erstmals mehr Aktienfonds verkauft als sogenannte Multi Asset Produkte. Auch das zeigt, dass die Bereitschaft von Kunden, am Kapitalmarkt gewisse Risiken einzugehen, wieder wesentlich größer ist als in den vergangenen Jahren.

Schon vor Covid-19 galten nachhaltige Investments krisenresistenter als klassisch gemanagte. Hat sich das nun bewahrheitet?

Das Thema Nachhaltigkeit ist aus der Veranlagung nicht mehr wegzudenken. Es gibt keinen Anbieter, der das Thema nicht besetzt. Auch in Krisenzeiten ist Nachhaltigkeit nicht mehr eine Glaubensfrage, sondern eine Möglichkeit zur Risikoreduzierung. Denn Unternehmen, die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen, sind in der Tendenz weit weniger risikobehaftet.

Wie sieht der weitere Fahrplan der Raiffeisen KAG in Sachen Nachhaltigkeit aus?

Wir haben in der KAG mit Beginn dieses Jahres klar kommuniziert, wo die Reise hingeht. Das ist ein sehr schlüssiger Kurs, wenn man sich die Marke Raiffeisen ansieht – was wird mit dem Giebelkreuz verbunden, was sind im Nachhaltigkeitsbereich die wesentlichen Themen. Das passt perfekt zusammen. Interessant ist auch zu sehen, wie leicht es Bankberaterinnen und -beratern fällt, Kunden Nachhaltigkeitsprodukte zu erklären, weil sie einfach nachvollziehbar sind. Das ist das Geheimnis des Erfolges. Für uns steht fest, dass sich die KAG in ihrem gesamten Produktportfolio künftig noch nachhaltiger ausrichten wird. Fondssparen gewinnt beim Anlegen immer mehr an Bedeutung.

Wie entwickelt sich das Geschäft in der Raiffeisen KAG?

Ich glaube, dass wir gerade am Beginn eines Fondssparjahrzehnts stehen. Diese Form der Veranlagung hat einen wesentlichen Vorteil für Kunden: Man muss nie überlegen, wann man einsteigt. Man kauft immer zum gleichen Zeitpunkt zum aktuellen Kurs und damit entsteht ein Durchschnittskurs. Vor allem in Phasen volatiler Marktbewegungen, wie wir sie derzeit erleben, ist Fondssparen das Instrument, das perfekt passt. Nicht umsonst dürfen wir in der Raiffeisen KAG über die Raiffeisenbanken mit Stand Ende Mai 365.000 Fondsspar-Verträge servicieren. Jeden Monat zahlen Kundinnen und Kunden mehr als 50 Millionen Euro in diese Fondssparpläne ein. Diese Zahl beeindruckt mich immer wieder, weil sie zeigt, dass es eine ganz einfache Form der Veranlagung ist, der Anlegerinnen und Anleger vertrauen. Interessant ist, dass auch in den Monaten März und April diese Beträge nicht gesunken, sondern sogar gestiegen sind. Ich bin überzeugt davon, dass es in einer Phase wie der aktuellen für das Veranlagungsgeschäft einer Raiffeisenbank und für Kunden wenig Geeigneteres gibt als einen Fondssparplan.

Inwieweit hat sich die Krise auf das Geschäft der Raiffeisen Vermögensverwaltung ausgewirkt?

Dieser Bereich zeichnet sich dadurch aus, dass Kunden eine individuellere Veranlagung wollen und auch mehr Geld zum Veranlagen haben. Wir haben in den vergangenen Wochen bilateral hunderte Gespräche mit Kundinnen und Kunden geführt. Die Vermögensverwaltung zielt auf Kapitalerhalt bei vernünftigen Erträgen ab. In Phasen, wenn Märkte stark korrigieren, sind wir sehr vorsichtig und risikoreduziert positioniert. Damit sind wir sehr gut durch die Krise gekommen. Aber auch hier haben unsere Kundinnen und Kunden ihre Veranlagungen nicht in einer Panikreaktion aufgelöst – was vor allem auch ein Verdienst der Kolleginnen und Kollegen in den Raiffeisenbanken ist. Im Bankgeschäft hat die Krise der Digitalisierung einen Turbo verschafft.

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Gilt das auch für die KAG?

Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir schon vor einigen Jahren begonnen haben, einen digitalen Kanal aufzubauen. Unter dem Namen InfoBreak sind wir mittlerweile mit 7.000 Beraterinnen und Beratern in ganz Österreich verbunden. Das war vom ersten Tag der Krise an die Serviceplattform direkt zu allen Kollegen, die im Kundenkontakt stehen, um ihnen permanent Informationen zukommen zu lassen – seien es Markt- oder Produkt-Updates, Analysen zu den aktuellen Entwicklungen oder die Positionierungen der KAG. Das war und ist der Schlüssel zum Erfolg. Gerade jetzt brauchen Beraterinnen und Berater Informationen wie einen Bissen Brot, um mit Kunden nicht nur ein Gespräch führen, sondern ihnen einen Mehrwert bieten zu können. Gerade jetzt zählt Schnelligkeit. Auch das ist ein Mehrwert, dass wir rasch, unkompliziert und in einer Sprache, die man weiterverwenden kann, kommunizieren. Das werden wir künftig ausbauen und wird die Arbeit mit den Raiffeisenbanken nachhaltig verändern.

Welche Lehren hat man bei der Raiffeisen KAG aus der Krise gezogen?

Eine positive Erkenntnis aus der Krise ist, dass wir uns bei den Produkten vor allem mit dem Thema Nachhaltigkeit früh genug und gut positioniert haben. Damit haben wir gegenüber dem Mitbewerb einen Startvorteil. Darüber hinaus nehme ich für uns in Anspruch, dass wir mit der Digitalisierung und Servicierung hin zu unseren wesentlichsten Vertriebspartnern, den Raiffeisenbanken, auch früh genug mit digitalen Formaten begonnen haben, die uns in der Krise geholfen haben. Da gibt es noch viel mehr Möglichkeiten – alles vor dem Hintergrund, einen Mehrwert im Kundengespräch bieten zu können. Eine Lehre nach innen: Wir werden uns künftig überlegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verstärkt die Möglichkeit zum Homeoffice anzubieten. Das zahlt zum einen auf die Positionierung der KAG im Nachhaltigkeitsbereich ein und hat zum anderen positive Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Kolleginnen und Kollegen. Zudem steigert es unsere Attraktivität als Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt.

Wie wird sich die europäische Fondslandschaft durch die Krise verändern? Erwarten Sie Übernahmen?

Wir haben in den vergangenen Jahren europaweit viele Übernahmen in unserer Branche gesehen. Daran wird auch die Krise nichts ändern. Veränderungen erwarte ich eher auf der Produktseite. Ich gehe davon aus, dass man in ein paar Jahren nur noch Produkte sehen wird, die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen. Das kommt aber auch von der Regulatorik, nicht nur von der Asset Management-Industrie. Immer mehr KAGs – auch in Österreich – überlegen sich zudem, ob sie künftig eine Fondsadministration anbieten oder ob ihr Schwerpunkt die Managementleistung ist. Wir sind ein Full Service-Anbieter und das ist gut so – und wird auch so bleiben.

Die Erholung an den Aktienmärkten setzt sich weiter fort. Welche Marktentwicklung erwarten Sie?

Die Märkte sind derzeit stark durch positive Entwicklungen getrieben, die Psychologie hat Oberhand. Die Infektionszahlen nehmen in vielen Ländern ab, Industrien sperren wieder auf, das Leben normalisiert sich für einen Großteil wieder. Das Corona-Management dürfte in vielen Bereichen sehr gut funktioniert haben. Und das beeinflusst derzeit die Märkte sehr positiv. Ich glaube aber schon, dass im dritten Quartal immer stärker auch Fundamentaldaten wie Wirtschaftswachstum oder Unternehmenskennzahlen ins Spiel kommen werden. Das wird an den Märkten nicht spurlos vorübergehen. Daher gehen wir für die nächsten Monate von einer relativ volatilen Entwicklung der Märkte aus. Gleichzeitig gibt es auch Branchen, die zu den Gewinnern der Krise zählen – Medizintechnik, Digitalisierung, Wasserstoff, alternative Antriebstechnologien – das alles performt extrem positiv. Da gilt es, auf die richtigen Pferde zu setzen. Und da ist man gerade jetzt im Fondsgeschäft gut aufgehoben.

 

Marketingmitteilung der Raiffeisen KAG. Stand: 06/2020

Einschätzungen und Positionierungen stellen eine Momentaufnahme dar und können sich jederzeit und ohne Ankündigung ändern. Sie sind keine Prognose für die künftige Entwicklung der Finanzmärkte oder für Veranlagungen.

Veranlagungen in Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten.

Die veröffentlichten Prospekte bzw. die Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG sowie die Kundeninformationsdokumente (Wesentliche Anlegerinformationen) der Fonds der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. stehen unter www.rcm.at in deutscher Sprache (bei manchen Fonds die Kundeninformationsdokumente zusätzlich auch in englischer Sprache) bzw. im Fall des Vertriebs von Anteilen im Ausland unter www.rcm-international.com in englischer (gegebenenfalls in deutscher) Sprache bzw. in Ihrer Landessprache zur Verfügung.

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