Aktien- und Anleihemärkte im globalen Überblick

Nachdem sich jedoch recht rasch herauskristallisierte, dass die wesentlichen Konfliktparteien vorerst keine weiteren Zuspitzungen wünschen, und sich US-Notenbankchef Powell eher „sanft“ zum Zinsausblick äußerte, stand die erste Maihälfte wieder im Zeichen von Kursanstiegen bei Aktien und Anleihen. Von Ende März bis Mitte Mai verblieb letztlich nur noch ein minimaler Rückgang für die entwickelten Aktienmärkte, während die Schwellenländer in diesem Zeitraum sogar deutlich zulegten (um knapp 4 %, alles jeweils in US-Dollar gerechnet). Dabei stachen vor allem chinesische H-Aktien in Hongkong sowie die europäischen Schwellenländer-Aktienmärkte positiv hervor.

Emerging-Markets-Aktien zuletzt mit Outperformance

In den vergangenen Wochen konnten die europäischen Schwellenländer überdurchschnittlich stark zulegen, während Lateinamerika erneut die schwächste Region der Emerging Markets war. Dabei halfen zweifellos auch die etwas verbesserten Konjunkturindikatoren in Europa. Indien, langjähriger Favorit vieler ausländischer Investor: innen und einer der Top-Märkte des vergangenen Jahres, tritt heuer hingegen weitgehend auf der Stelle. Sehr stark präsentierten sich zuletzt die in Hongkong gehandelten chinesischen H-Aktien, die auch für ausländische Investor: innen leicht zugänglich sind. Es dürften aber nicht nur ausländische Käufe die Kurse dort besonders stark getrieben haben. Ebenso haben auch viele chinesische Anleger: innen gekauft.


Rückenwind durch Unternehmensergebnisse

Die künftige US-Geldpolitik, die Konjunktur in den USA und China sowie geopolitische Konflikte und Risiken bleiben aktuell die beherrschenden Themen auf den Finanzmärkten. Daneben sind es aber auch die Unternehmensergebnisse und Geschäftsausblicke, die die Kurse maßgeblich treiben, auch wenn diese weniger für Schlagzeilen sorgen. Die Gewinnentwicklung bietet weiterhin überwiegend Rückenwind für die Aktienkurse, speziell in den USA, aber auch in etlichen europäischen Aktienmärkten.

Weiterhin viele Fragezeichen hinter der US-Geldpolitik

In Sachen US-Geldpolitik hangeln sich die Märkte derzeit von einer Datenveröffentlichung zur nächsten, wobei nach wie vor mehrere Szenarien möglich sind. Sowohl eine „sanfte Landung“ der Konjunktur (d. h. eine moderate Wachstumsabschwächung und Inflation zurück in der Zielzone der Notenbank) als auch „keine Landung“ (fortgesetztes robustes Wachstum mit Inflationsrisiken) wären derzeit von der Datenlage her denkbar. Wichtig zu verstehen ist dabei, dass diese aber keinen Endzustand darstellen, sondern sich daran trotzdem auch ein Abgleiten in eine Rezession oder ein neuer Aufschwung mit Inflationsrisiken anschließen kann. Letztlich versucht die US-Notenbank derzeit mit ihren geldpolitischen Mitteln, die Folgen einer extrem ausgabenfreudigen Haushaltspolitik der US-Regierung abzufangen. Ob diese Konstellation nach den Wahlen im November völlig verschwindet, ist sehr fraglich. Von daher könnten die damit verbundenen Unwägbarkeiten die Märkte auch im kommenden Jahr beschäftigen.

Chinas Konjunktur mit schwacher Dynamik

Für den weiteren Jahresverlauf spricht allerdings erst einmal einiges für einen zumindest moderaten Rückgang der US-Anleiherenditen, was tendenziell positiv für Anleihen und Aktien der Schwellenländer wäre. Die wirtschaftliche Erholung in China verläuft unterdessen weiterhin recht schleppend, was kein gutes Umfeld für eine durchgreifende Erholung im weltweiten produzierenden Gewerbe ist. Dieses wird derzeit vor allem von der US-Konjunktur gestützt. Wenig hilfreich sind in diesem Zusammenhang die neuen Strafzölle und Importbeschränkungen, die die US-Regierung vor wenigen Tagen gegen China verhängte.

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Langfristig attraktive Aktienbewertungen

Den eher mauen globalen Wachstumsaussichten stehen die weiterhin recht günstigen langfristigen Bewertungsniveaus vieler Schwellenländer-Aktienmärkte gegenüber. Letztere handeln nach wie vor mit einem signifikanten Bewertungsabschlag gegenüber den entwickelten Märkten. Langfristig sollte sich dieser Bewertungsabschlag zumindest etwas verringern, zumal das Wachstum in den Emerging Markets weiterhin höher sein wird als in den Industrienationen.

Positiver Ausblick für EM-Anleihen intakt

Auch für Schwellenländer-Anleihen bleibt der mittel- und langfristige der Ausblick positiv. Historisch attraktive Renditen für Lokalwährungsanleihen und gute absolute Renditen für Schwellenländer-Anleihen in US-Dollar bilden aber gute Grundlagen für ein noch immer recht solides Ertragspotenzial. Besonders gutes Potenzial sehen wir für dieses Jahr in Emerging-Markets-Hartwährungsanleihen. Das gilt selbstverständlich nicht für jedes Land und jeden Emittenten gleichermaßen. Eine gute Selektion war und bleibt hier unabdingbar für Investor: innen.

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