Geldanlage: Maßnahmen gegen die Inflation

Warum Inflationsschutz derzeit so wichtig ist

Seit 2013 hat sich die Inflationsrate in der Europäischen Union durchgehend unterhalb der Zwei-Prozent-Marke bewegt. Punktuell betrug sie dabei sogar nur 0,1 Prozent. Mitte 2021 jedoch begann die rasante Bergfahrt, die im Oktober 2022 den bisherigen Höhepunkt mit 10,5 Prozent erreichte. Eine Entwicklung, die massive Auswirkungen auf den täglichen Einkauf, die Rechnung im Restaurant aber auch für unsere Geldanlage hat. Inflation bedeutet, dass der Wert und die Kaufkraft des Geldes abnehmen. Ein halber Prozentpunkt mehr Inflation pro Jahr ergibt über 20 Jahre einen zusätzlichen Kaufkraftverlust von über zehn Prozent. Und nun sind es 10 Prozent nach nur einem Jahr (siehe auch: Dauerhaft hohe Inflation?). Wie kann man diesen einschneidenden Verlust an Kaufkraft ausgleichen? Mit welcher Geldanlage kann ich mich gegen Inflation schützen?

Kaufkraftrechner

Wieviel Kaufkraft hat mein Geld in den letzten Jahren eingebüßt? Reicht es aus, Geld auf einem Sparbuch anzulegen, um Kaufkraft zu erhalten? Diese Fragen beantwortet der Kaufkraftrechner. Gleich ausprobieren!

Wie entsteht eine Inflation? Einfach erklärt.

Von Inflation spricht man, wenn das Preisniveau von Waren und Dienstleistungen steigt. Man muss also für die gleiche Leistung mehr zahlen. Das bedeutet, dass der Euro an Kaufkraft verloren hat.

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Es wird grundsätzlich zwischen einer Nachfrage- und Angebotsinflation unterschieden.

  • Wenn die Nachfrage größer als das Angebot ist, spricht man von einer Nachfrageinflation. Durch die entstandene Angebotsknappheit können Unternehmen die Preise für ihre Produkte und Dienstleistungen erhöhen. Steigender Privatkonsum, höhere Unternehmensinvestitionen oder steigende staatliche Investitionsausgaben können die Gründe dafür sein.

  • Kommt es zum Anstieg des allgemeinen Preisniveaus durch höhere Produktionskosten, handelt es sich um eine Angebotsinflation. Treiber dafür können steigende Rohstoff- und Energiekosten oder höhere Löhne sein.

Hinzu kommt, dass produktiver Fortschritt generell mit höheren Preisen bewertet und letztlich auch bezahlt wird. Ein Smartphone der fünften Generation kann wesentlich mehr als eines der ersten Generation – und dieser Mehrwert ist auch zu bezahlen.

Erfahren Sie mehr: Raiffeisen-Inflationsschutz-Anleihen

Was ist schlecht an der Inflation?

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Inflation an sich ist nicht schlecht. Sie wird in einem gewissen Maße sogar gewünscht. Langsam steigende Preise animieren Privatpersonen zum Konsum und die Wirtschaft zu Investitionen. Der grundsätzliche Hintergedanke: Da man weiß, dass die Preise steigen werden, schiebt man Investitionen nicht auf.

Sowohl die Europäische Zentralbank als auch die US-Notenbank Federal Reserve haben eine Inflationsrate um 2 % als Zielbereich für eine gesunde Wirtschaft und Wachstum festgelegt. Diese vergleichsweise moderate Inflation steht für eine stabile – und damit vorhersagbare – Preisentwicklung. Genau dies ist gefragt, um gut finanziell planen zu können.

Zum Problem wird Inflation erst, wenn die Preise über einen längeren Zeitraum stark steigen. Drei Beispiele dafür:

  • Die Kaufkraft verringert sich, die Nachfrage sinkt. Finanzielle Engpässe könnten weniger Investitionen zur Folge haben – wodurch sich wiederum das Wirtschaftswachstum bremst.

  • Bei stark steigenden Preisen wächst die Gefahr der sogenannten Lohn-Preis-Spirale. Eine hohe Inflation kann dazu führen, dass es bei Tarifverhandlungen zu entsprechenden Lohnerhöhungen kommt. Unternehmen könnten sich dadurch veranlasst sehen, im Gegenzug zu den Mehrkosten die Preise zu erhöhen. Infolgedessen würde sich eine Lohn-Preis-Spirale in Gang setzen.

  • Plötzlich stark steigende Preise können vor allem bei größeren, längerfristigen Projekten zu gehörigen Problemen führen.

Es gibt auch eine zu geringe Inflation: In der Zeit, als die Inflation unter der angestrebten Zwei-Prozent-Marke lag, wurden von der Europäischen Zentralbank mehrere finanzpolitische Maßnahmen getroffen, um die Inflation im Euroraum wieder anzukurbeln und damit die europäische Wirtschaft zu stärken (siehe weiter unten).

Die Gründe für die hohe Inflation

Die Auslöser für den massiven Anstieg der Inflation sind vielschichtig. Im Fokus stehen die folgenden drei Faktoren:

  • Eine anziehende globale Nachfrage nach der großteils überstandenen Corona-Pandemie. Aufgeschobene Anschaffungen wurden nun nachgeholt.

  • Gleichzeitig sind Probleme in den internationalen Lieferketten aufgetreten, wodurch weltweit die Produktionskosten gestiegen sind.

  • Die nächste "Zündstufe" für den rasanten Anstieg der Inflation ereignete sich Ende Februar 2022: der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Dadurch kam es zu Rohstoffengpässen (vor allem bei Energie und Getreide), die das Angebot verknappten.

europäische Zentralbank in Frankfurt bei strahlender Sonne

Mittel im Kampf gegen die hohe Inflation

Ein wichtiges geldpolitisches Instrument, um die Inflation zu beeinflussen, sind die Leitzinsen, die von Zentral- und Notenbanken festgelegt werden. Die Leitzinsen sind ein wichtiger Indikator für Spar- und Kreditzinsen, sie beeinflussen somit die Nachfrage und das Wirtschaftswachstum mit. Eine zu hohe Inflation, so wird versucht, mit einer Anhebung der Leitzinsen zu bekämpfen. Eine Auswirkung auf die Preise ist aber nicht garantiert – vor allem bei der sogenannten Angebotsinflation.

Ein weiteres Mittel ist die Steuerung der Geldmenge. In Zeiten zu niedriger Inflation wurden von der Europäischen Zentralbank über Anleihekäufe in Höhe von mehreren Billionen Euro viel Geld in die europäische Wirtschaft gepumpt, um diese zu stärken und die Inflation wieder anzukurbeln. In Zeiten hoher Inflation ist dieser Geldhahn wieder abzudrehen, die Anleihekäufe sind wieder zurückzufahren.

Was bedeutet die hohe Inflation bei der Geldanlage?

Familienvater zählt mit seinen Töchtern die Münzen aus dem Sparbehälter

In der Realzinsfalle

Die gute Nachricht zuerst. Durch die aktuell hohe Inflation sind auch die Leitzinsen gestiegen – und damit auch die Sparzinsen. Für Sparbuch und Bausparer gibt es wieder nennenswerte Zinsen. Die hohe Inflation können sie aber trotzdem nicht kompensieren, die Sparer befinden sich weiterhin in der Realzinsfalle.

  • Eine Faustregel besagt, dass man bei hoher Inflation in Sachwerte investieren soll. Neben Rohstoffe und Immobilien zählen auch Aktien dazu. Sprunghaft steigende Zinsen wirken sich aber auch auf den Aktienmarkt aus. Für Unternehmen wird es teurer, sich zu refinanzieren. Dies gilt vor allem für wachstumsstarke Betriebe, die auf Fremdkapital angewiesen sind. Hinzu kommt, dass die Kosten für Rohstoffe, Handelswaren und Löhne steigen. Es stellt sich die Frage, wie sich dies auf die Gewinne der Unternehmen auswirken. Können die Unternehmen die zusätzlichen Aufwendungen über höhere Preise an die Kund:innen weitergeben?

  • Höhere Leitzinsen können auch das Wirtschaftswachstum bremsen – und somit die Geschäftsentwicklungen von Unternehmen dämpfen. Andererseits werden zinstragende Anlageformen (beispielsweise Anleihen) vergleichsweise attraktiver – die Nachfrage nach Aktien sinkt. Dass die Börsenindizes im Jahr 2022 Kursverluste von bis zu 20 Prozent verbuchen mussten, hing mit einer Vielzahl an Faktoren zusammen. Die Abwärtsbewegung stärkte jedenfalls nicht das Vertrauen in diese Anlageklasse.

  • Bei Anleihen ist die Wechselwirkung zwischen Zinsniveau und Preisen von Anleihen zu beachten. Steigende Zinsen, wie derzeit angesichts der hohen Inflation, führen zu sinkenden Anleihekursen. Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Für Anleger ist eine "alte" Anleihe mit einer jährlichen Verzinsung von einem Prozent weniger attraktiv, wenn eine ähnliche Anleihe mit einer Zinszahlung von 2 Prozent auf den Markt kommt. Die "alten" Anleihen werden zusehends verkauft, deren Kurs sinkt. Diese Wechselwirkung gilt auch bei umgekehrten Vorzeichen: Der Wert der "alten" Anleihe steigt, wenn die Zinsen fallen. Lesen Sie auch Renditeanstiege bei Anleihen vorbei?

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Sinkende Inflation – aber nichts wird billiger?

Die Inflationsraten im Euroraum befinden sich im Sinkflug, auch wenn dieser in Österreich ein wenig langsamer vonstatten geht. Was bedeuten nun höhere oder niedrigere Inflationsraten für Unternehmen? Erfahren Sie mehr im Video von Valentin Hofstätter.

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Rettet mein Geld vor der Inflation

Steigende Zinsen, aber kein Ertrag am Sparbuch. Was kann man dagegen tun?

Wie kann ich mich vor hoher Inflation schützen?

Die Voraussetzungen für eine gewinnbringende Anlage sind somit alles andere als rosig. Im aktuellen Umfeld (hohe Inflation, steigende Zinsen, schwankende Aktienmärkte, globale politische Turbulenzen) wird Geldanlage anspruchsvoller. Die derzeit wahrscheinlich schlechteste Variante wird wohl sein, nicht zu handeln.

Kapital möglichst krisensicher zu veranlagen ist derzeit eine große Herausforderung (für Sie interessant könnte sein: Sind Fonds ein guter Schutz gegen hohe Inflation?). Teuerungsraten von sieben, acht oder gar zehn Prozent lassen sich kurzfristig kaum – und wenn nur unter hohem Risiko – abfangen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich individuell mit seiner Raiffeisen-Beraterin oder seinem Raiffeisen-Berater abzusprechen. Anleger:innen sollten angesichts der Herausforderungen jedenfalls nicht überstürzt handeln (Erfahren Sie mehr: Raiffeisen-Inflationsschutz-Anleihen). Je nach Zweck und Anlagehorizont muss eine geeignete Veranlagungsstrategie erarbeitet werden, die Grundprinzipien der Geldanlage sollten weiter im Auge behalten werden:

  • ein entsprechendes Anlageziel definieren,

  • seine eigene Risikobereitschaft kennen,

  • nicht alles auf eine Karte setzen, sondern sich bei der Geldanlage breit aufstellen, um die Risiken zu verteilen sowie

  • ein Teil der Geldanlage sollte als "Notgroschen" für unvorhergesehene Ausgaben rasch veräußerbar sein.

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Österreichischer Fondspreis 2023 für Raiffeisen-Inflationsschutz-Anleihen

Preisgekrönte Anleihefonds seit drei Jahrzehnten!

Mit dem Österreichischen Fondspreis ausgezeichnet

Stand: März 2023

Die Fondsbestimmungen des Raiffeisen-Inflationsschutz-Anleihen wurden durch die FMA bewilligt. Der Raiffeisen-Inflationsschutz-Anleihen kann mehr als 35 % des Fondsvermögens in Wertpapiere/Geldmarktinstrumente folgender Emittenten investieren: Frankreich, Niederlande, Österreich, Belgien, Finnland, Deutschland.