Aktiv oder passiv: die Frage nach dem geeigneten Investmentansatz

Bei den ersten Überlegungen, wie man veranlagen möchte, tauchen bald die Begriffe des aktiven und passiven Managements auf. Klare Empfehlungen für den einen oder anderen Ansatz gibt es nicht, denn welcher Managementstil der geeignete ist, hängt von mehreren Faktoren ab – unter anderem auch von den individuellen Bedürfnissen. Ein Blick hinter die Kulissen der Finanzwelt soll helfen, Klarheit zu schaffen.

Was ist aktives und passives Management?

Aktives Management beschreibt eine Anlagestrategie, bei der der Fokus auf einer selektiven Zusammensetzung und einer aktiven Steuerung des Portfolios liegt. Durch die gezielte Auswahl von Emittenten oder Anlageklassen soll ein Mehrwert für die Anleger:innen erzielt werden.

Passives Management hingegen bezeichnet eine Anlagestrategie, bei der das Portfoliomanagement darauf abzielt, die Wertentwicklung eines Finanzindex zu replizieren.
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsegehandelter Fonds, der einen Index abbildet, indem er in jene Wertpapiere investiert, die im Index enthalten sind. ETFs sind eine relativ kostengünstige Möglichkeit, in den breiten Markt zu investieren.

Drei Fragen, die zur Entscheidungsfindung beitragen können

Glaubt man an die Effizienz der Kapitalmärkte?

  • Verfechter des aktiven Managementssind davon überzeugt, dass sich die Kapitalmärkte ineffizient verhalten. Dies macht es möglich, mittels professioneller Analyse und dem Einsatz aktiver Managementstrategien einen Mehrwert zu erzielen.

  • Passives Managementist unter der Annahme sinnvoll, dass sich die Märkte zu jedem Zeitpunkt effizient verhalten. Da sich alle Ereignisse unmittelbar auf die Marktpreise auswirken, kann durch den Einsatz von Managementstrategien kein zusätzlicher Ertrag generiert werden.

Wünscht man sich ein Investment mit oder ohne Bindung an eine Benchmark?

  • Für aktive Manager steht in der Portfoliozusammensetzung die Benchmark nicht im Vordergrund (je nach Anlagestrategie bzw. Tracking Error unterschiedliche Freiheitsgrade), wodurch sie über einen größeren Handlungsspielraum verfügen. Diese Freiheitsgrade führen mitunter dazu, dass aktiv verwaltete Investments z. B. schon frühzeitig in erfolgversprechende Unternehmen investieren.

  • Passiv gemanagte Produkte replizieren einen Index (eine Benchmark). Je besser ihnen dies gelingt, desto qualitativ hochwertiger wird das Produkt eingestuft.

Kann man von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen?

  • Die Antwort darauf ist ein klares Nein. Die Kapitalmärkte unterliegen einem permanenten Wandel (konjunktureller Zyklus, geopolitische Risiken, Innovationen, etc.). AktiveManager passen daher ihre Produkte flexibel an die Marktereignisse und deren (geschätzten) Auswirkungen an.

  • Ein passiv verwaltetes Produkt gibt die Zusammensetzung des Index wieder. Zukunftseinschätzungen werden hierbei nicht berücksichtigt.

Überblick beider Investmentansätze

Die Managementstrategien im Vergleich:

Aktives Management

  • Kundenanspruch: Anleger:innen können sich mit Fragen rund um ihr Investment an die persönliche Kundenbetreuung wenden.

  • Nachhaltigkeit: Mittels aktivem Management können auch ökologische, soziale und unternehmerische Investmentziele verfolgt werden. Ebenso können Engagement-Maßnahmen (wie z. B. die aktive Stimmrechtsausübung) erfolgen.

  • Management: Erfahrene Investmentexperten verwalten das Investmentportfolio aktiv und können kurzfristig, flexibel und zeitnah auf das aktuelle Marktgeschehen reagieren.

  • Performance: Aktives Management kann Mehrwert stiften, es besteht aber auch die Möglichkeit, dass das Ergebnis vom gesetzten Investmentziel abweicht.

Passives Management

  • Kundenanspruch: Es gibt keine persönliche Kundenberatung. Investor:innen müssen selbst über das nötige Kapitalmarktwissen verfügen und sich intensiv mit den Kapitalmärkten beschäftigen.

  • Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeitsthemen fließen quantitativ in das Produkt ein, individuelle Nachhaltigkeitsanforderungen finden dabei keine Berücksichtigung.

  • Management: Ziel ist es, einen bestimmten Finanzindex nachzubilden. Dies erfolgt meistens mittels ETFs (Exchange Traded Funds). Der Markt für ETFs unterliegt einem ständigen Wandel, denn laufend kommen neue Produkte auf den Markt oder werden weniger erfolgreiche Produkte eingestellt.

  • Performance: Die Wertentwicklung des passiv verwalteten Produktes liegt nahe am Index.

Für beide Investmentstrategien lassen sich sinnvolle Anwendungsgebiete ausmachen. So ist aktives Management beispielsweise dann sinnvoll, wenn

  • bestimmte Anlagestrategien umgesetzt werden sollen.

  • als Anlageziel die Marktrendite übertroffen werden soll.

  • individuelle Bedürfnisse der Anleger:innen berücksichtigt werden sollen bzw. der Wunsch nach einer persönlichen Betreuung/Beratung gegeben ist.

Passives Management ist dann sinnvoll, wenn

  • die Kosteneffizienz im Vordergrund der Anlageentscheidung steht.

  • ein Mehrertrag gegenüber einem Index nicht angestrebt wird.

  • Investor:innen selbst eine erhebliche Expertise im Finanzmanagement und die nötige Zeit für die laufende Beobachtung des Portfolios haben.

Fazit: Aktives und passives Management haben beide ihre Vorzüge. Die Wahl zwischen diesen Managementansätzen hängt von individuellen Zielen, Präferenzen, Know-how und der jeweiligen Risikobereitschaft der Anleger:innen ab.

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Es ist die Anlagestrategie des Index-Selection-Equity überwiegend in andere Investmentfonds anzulegen. Der Fonds weist eine erhöhte Volatilität auf, d. h. die Anteilswerte sind auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach unten ausgesetzt, wobei auch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können.

Dieser Inhalt ist nur für institutionelle Anlegerinnen und Anleger vorgesehen.

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