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Über Chancen und Herausforderungen von Investments in CEE

Der Raiffeisen-Zentraleuropa-ESG-Aktien – ehemals Raiffeisen-Osteuropa-Aktien – hat seit seiner Umstrukturierung und dem Neustart im Jahr 2023 eine starke Performance erzielt. Was ist das Erfolgsgeheimnis für die aktuell gute Performance seit der Neuausrichtung des Fonds 2023?

András Szálkai: Zwei Dinge haben besonders stark dazu beigetragen. Erstens, die thematische Fondsausrichtung des Raiffeisen-Zentraleuropa-ESG-Aktienfonds. Wir waren stark in Banken und Firmen investiert, die von Infrastruktur- und EU-Investitionen profitieren.

Zweitens, die hohen Bewertungsabschläge: 2022 war die Region sehr tief bewertet. Der Discount gegenüber dem Weltaktienindex betrug bis zu 60 % verglichen mit rund 20-25 % in den 10-15 Jahren davor. Dieser Abschlag hat sich auf derzeit ungefähr 40 % verringert. Zusammen mit starkem Gewinnwachstum bei vielen Unternehmen hat das die Aktienkurse kräftig beflügelt. Zugleich haben wir aus Risiko-Ertrags-Überlegungen bewusst auf türkische Aktien verzichtet. Das hat sich als ebenfalls vorteilhaft erwiesen. Wichtig sind eine aktive Aktienauswahl und Geduld. Selbstverständlich erlaubt die gute Performance der Vergangenheit keinen Rückschluss auf die zukünftige Wertentwicklung, aber ich sehe den Fonds sehr gut aufgestellt.

Welche Wirkung hat die Wahl in Ungarn auf Ungarns Aktienmarkt und auf die gesamte Region?

Szálkai: Wesentlich ist vor allem, ob Ungarn die bisher blockierten EU‑Gelder erhalten wird. Kommt es zur Einigung, könnten rasch über 10 Mrd. Euro nach Budapest fließen. Das wäre ein riesiger Wachstumsimpuls für Ungarn, vor allem für Investitionen und Bauprojekte. Damit würde Ungarn konjunkturell deutlich besser dastehen und die gesamte Region könnte davon profitieren, beispielsweise auch österreichische Unternehmen. Die Aktienkurse in Budapest und der Forint haben im Vorfeld der Wahl und gleich danach schon einiges davon vorweggenommen. Daher bin ich kurzfristig eher etwas vorsichtiger gestimmt, langfristig aber sehr positiv für Ungarn eingestellt.

Welchen Einfluss haben die angekündigten bzw. auch schon gestarteten Investitionsprogramme der Europäischen Union (EU) und Deutschlands in Rüstung und Infrastruktur?

Szálkai: Einen Großen. Deutschlands Wirtschaft ist seit 2019 faktisch kaum gewachsen. Die Region ist davon aber unterschiedlich stark betroffen. Länder mit starker wirtschaftlicher Verzahnung mit Deutschland (Österreich, Tschechien, Slowakei) leiden bei schwacher deutscher Konjunktur besonders stark. Polen oder Rumänien mit ihrer kräftigeren Binnenwirtschaft sind diesbezüglich robuster. Im Gegenzug können massive Investitionen der deutschen Regierung daher sehr positiv auf die anderen Länder der Region ausstrahlen. Ähnliches gilt für EU-Investitionsprogramme.

Wie ist der Raiffeisen-Zentraleuropa-ESG-Aktienfonds aktuell ausgerichtet und warum?

Szálkai: Bei den Ländern dominieren Polen und Österreich weiterhin. Auf Polen entfallen rund 50 % des Portfolios, auf Österreich 20-25 %. Bei den Branchen bleibt es vorerst beim Fokus auf den Finanzsektor. Interessant sind aber auch Bauunternehmen und ihre Zulieferer, Industriewerte und ausgewählte Konsumtitel und Technologie‑Unternehmen. Die Banken profitieren von guter Kreditnachfrage bei für sie attraktiven Zinsmargen, Bauunternehmen von Infrastrukturprogrammen; die Industrie vom Export‑ und Binnenwachstum. Wir bevorzugen aktuell weiterhin die stärker kapitalisierten Aktientitel (Large Caps) wegen ihres besseren Chance‑Risiko-Verhältnisses. Mittlere und kleinere Unternehmen werden vermutlich stärker in unseren Fokus rücken, wenn die Bewertungen bei den Großen weiter anziehen.

Raiffeisen-Osteuropa-Aktien

In zentraleuropäische Aktien investieren

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Wie ist der kurz‑ bis mittelfristige Ausblick für die CEE-Region?

Szálkai: Die Wachstumsaussichten bleiben grundsätzlich positiv, ebenso die Aussichten für die Aktienmärkte. Ich erwarte allerdings nicht, dass wir die enorm starken Kurszuwächse des Vorjahres heuer wiederholen werden. Neuerlich zweistellige prozentuale Wertsteigerungen sind jedoch möglich, aber natürlich nicht garantiert. Die Risiken für Kursrückgänge sind zweifellos gegeben und sie können noch zunehmen. Entscheidend sind in den kommenden Monaten vermutlich die Energiepreise. Ein anhaltender Iran-Krieg mit einer dauerhaften Blockade der Straße von Hormus würde die Lage verschärfen und wäre negativ für die zentral- und osteuropäischen Volkswirtschaften. Eine zügige Entspannung würde die Situation im Gegenzug deutlich verbessern. Zu beachten ist dabei, dass die hohen Ölpreise Russland die Finanzierung des Ukraine-Krieges erleichtern und Russland damit weniger Druck hat, ihn rasch zu beenden. Sollte der Ukraine-Konflikt aber beigelegt werden, wann auch immer das genau sein wird, dürfte das Interesse von Investor:innen für Zentral- und Osteuropa wieder zunehmen, zumal dann mit dem Wiederaufbau in der Ukraine ein neuerlicher Wachstumsimpuls kommen könnte.

Kurz gesagt: externe geopolitische Faktoren bleiben die wichtigste Unsicherheit, strukturelle Wachstums‑ und Investitionstreiber sind aber intakt.

Aktien aus den Bereichen Technologiewerte und künstliche Intelligenz (KI) sind schon seit längerem die Stars an den Aktienbörsen. Wie sieht es diesbezüglich in Zentral- und Osteuropa aus?

Szálkai: Es gibt derzeit nur wenige Möglichkeiten in der Region, um direkt an diesem Trend zu partizipieren. Es gibt aber indirekte Wege. Wir schauen beispielsweise stark auf Kupfer, das für Infrastruktur und speziell KI-Datenzentren in großen Mengen benötigt wird und wo künftig Angebotsengpässe drohen – mit entsprechenden Konsequenzen für den Kupferpreis und die Gewinnmargen der Kupferproduzenten. Interessant sind auch spezialisierte Zulieferer im Technologiesektor, wie zum Beispiel AT&S für Leiterplatten.

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Der Raiffeisen-Zentraleuropa-ESG-Aktien weist eine erhöhte Volatilität auf, d.h. die Anteilswerte sind auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach unten ausgesetzt, wobei auch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können.

Dieser Inhalt ist nur für institutionelle Anlegerinnen und Anleger vorgesehen.

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