Investmentfonds – kompakt und einfach erklärt

Finanzielle Vorsorge ist wichtig. Aktien, Anleihen, Währungen, Rohstoffe – die Anlagemärkte bieten sehr viele Möglichkeiten für Investments. Aber wie legt man sein Geld darin am besten an? Für eine Privatperson, die wenig mit Wertpapieren zu tun hat, eine schwierige Entscheidung. Sei es als Altersvorsorge, zur längerfristigen Veranlagung an Anleihemärkten oder zur risikoreicheren Anlage an Aktienmärkten: Investmentfonds eröffnen einen Zugang zu den Finanzmärkten. Vorausgesetzt, man ist sich deren Risiken – die sich vor allem im Kursrisiko widerspiegeln – bewusst. Grundsätzlich gilt: In Fonds kann man schon mit kleinen Beträgen investieren, denn auch solche kann man (beispielsweise monatlich) veranlagen.

  • Bei Fonds wird das Kapital vieler Anlegerinnen und Anleger im so genannten Fondsvermögen gebündelt. Statt einzeln legen diese ihr Geld zusammen an.

  • Das Fondsvermögen wird in gleiche Fondsanteile aufgeteilt. Anlegerinnen und Anleger sind – je nach Höhe ihrer Investition – anteilige Miteigentümerinnen bzw. Miteigentümer des Fondsvermögens.

  • Dieses gebündelte Fondsvermögen wird je nach Fonds angelegt. In den Fondsbestimmungen des jeweiligen Fonds ist genau geregelt, in welche Anlageklasse (Anleihen, Aktien usw.) investiert werden darf. So kann ein europäischer Aktienfonds nicht in Anleihen oder amerikanische Aktien investieren.

  • Welche Fondsarten gibt es? Erfahren Sie mehr!

  • Anlegerinnen bzw. Anleger können keinen Einfluss auf die Zusammensetzung der Wertpapiere im Fonds sowie das Fondsmanagement nehmen.

  • Der Wert des Fondsvermögens (Rechenwert, engl. Net Asset Value, NAV) wird regelmäßig (zumeist börsentäglich) ermittelt – basierend auf den Bewertungskursen der im Fonds enthaltenen Wertpapiere.

  • Die Veranlagung des Fondsvermögens hat nach den Grundsätzen der Risikostreuung (Diversifikation) zu erfolgen. Dies bedeutet, dass das Anlagekapital nicht lediglich in eine Aktie oder Anleihe investiert wird, sondern sich auf verschiedene Titel, Branchen, Länder verteilt (je nach Fondsbestimmungen).

  • Fondsanteile können – ausgenommen bei Fondspreisaussetzung – jederzeit (an Banktagen) erworben und wieder veräußert werden. Üblicherweise gibt es keine Mindestbehaltedauer oder Kündigungsfrist, es wird allerdings auf eine sinnvolle Mindestbehaltedauer hingewiesen. In der Regel ist die Anzahl der Fondsanteile nicht beschränkt.

  • Fonds sind wie Aktien und Anleihen Wertpapiere, die Kursschwankungen unterliegen. Es besteht somit ein allgemeines Marktrisiko. Für Renditen gibt es keine Garantie. Kapitalverluste sind bei einem Fonds möglich.

  • Auch wenn die Performancekurve eines einzelnen Fonds möglicherweise in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben gezeigt hat: Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung des Fonds zu (siehe: Investmentfonds: die Bedeutung der Performance). Die bisherige Performance stellt somit keine fixe Größe dar wie etwa die Zinsen beim Sparbuch.

Investmentfonds sind sehr flexibel, was die mögliche Einzahlungshöhe betrifft.

  • Einmalanlage: Sind bereits Ersparnisse vorhanden, gab es unerwartet eine kleine Erbschaft oder wollen Sie das Geld nach einem Autoverkauf anlegen? Als Anlegerin oder Anleger können Sie jederzeit einmalig einen größeren Betrag in einen Fonds investieren.

  • Gestaffelter Einstieg in Tranchen: Statt einen vorhandenen Betrag einmalig zu investieren, können Sie auch sukzessive in den Fonds einsteigen, um das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunkts zu reduzieren. Bestehen bleibt das Risiko steigender Fondskurse (= höhere Einstiegspreise). Ein Beispiel: Sie könnten das vorgesehene Kapital in zehn Raten zu bestimmten Zeitabständen (z. B. monatlich, jedes zweite Monat, jedes Jahresquartal) in jeweils gleich hohen Beträgen investieren.

  • Die regelmäßige Veranlagung – Fondssparen: Speziell für kleinere Vermögen sind Fondssparpläne eine Möglichkeit, laufend in Fonds zu investieren. Auch mit kleineren Beträgen – etwa 50 Euro pro Monat – können Sie regelmäßig veranlagen (Wie funktioniert Fondssparen?). Den Betrag können Sie jederzeit ändern (erhöhen oder senken) oder auch zwischenzeitlich aussetzen. Es ist keine Bindungsdauer vorgegeben. (Hinweis: Ein Fonds ist kein Sparbuch und unterliegt nicht der Einlagensicherung. Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten.)

  • Ihre Hausbank: Bei der Investition in Fonds sind zwar mehrere Partner involviert, für Sie als Anlegerin bzw. Anleger ist jedoch Ihre Raiffeisenberaterin oder Ihr Raiffeisenberater Ihre direkte und zentrale Ansprechperson. Sie informiert Sie über die Möglichkeiten und Risiken von Investmentfonds, berät und unterstützt Sie, die für Sie passende Anlagestrategie und geeignete Investmentfonds zu finden. Haben Sie sich für einen oder mehrere Fonds entschieden, werden die Käufe der Fondsanteile über die Hausbank abgewickelt. Es werden ein Wertpapierdepot und gegebenenfalls ein Wertpapierverrechnungskonto für Sie angelegt. Sowohl bei einer Einmalinvestition als auch beim regelmäßigen Fondssparen gilt: Der zu zahlende Betrag wird von Ihrem Konto abgebucht. Über Ihre Hausbank erhalten Sie in weiterer Folge regelmäßig Informationen über die Entwicklung Ihres Fondsinvestments (z. B. Depotauszug). Sie wollen nach einiger Zeit Ihre Anlagestrategie ändern? Ihre Raiffeisenberaterin oder Ihr Raiffeisenberater bleibt weiter Ihre erste Anlaufstelle für Fragen zu Ihrem Fondsinvestment.

  • Die Depotbank: Ihre Aufgabe besteht darin, das Fondsvermögen sicher zu verwahren. Die Depotbank hat die Rechnungsführungs- und Zahlungsfunktion inne: Sie stellt die ordnungsmäßige Verbuchung der mit dem Fondsvermögen verbundenen Vorgänge (Aufwendungen, Erträge, Ein- und Auszahlungen) sicher und kümmert sich um alle anfallenden Zahlungen.

  • Die Kapitalanlagegesellschaft: Es gehört zu den Grundprinzipien von Investmentfonds, dass die Verwahrung (Depotbank) von der Verwaltung des Fondsvermögens getrennt ist, um allfällige Interessenkonflikte zu vermeiden. Die Verwaltung obliegt der Kapitalanlagegesellschaft, wobei nach dem Grundsatz der Risikosteuerung veranlagt wird.

  • Das Fondsmanagement: Aktiv verwaltete Investmentfonds werden von Expertinnen und Experten gesteuert (aktiv und passiv verwaltete Fonds: Wo liegen die Unterschiede?). Dieses Fondsmanagement kümmert sich um die Veranlagung des Fonds. Gestützt auf umfangreiche Markt- und Unternehmensanalysen sowie abhängig von der Marktsituation positioniert es das Fondsvermögen gezielt – jedoch stets im Rahmen der vorgegebenen Fondsbestimmungen. Dennoch: Die Risiken einer Wertpapierveranlagung bis hin zu Kapitalverlusten bleiben bestehen!

Jedes Investment benötigt Zeit, um seine Stärken vollständig entfalten zu können. Die Veranlagung in Investmentfonds – ob als Einmalerlag oder in Form von laufenden Einzahlungen – sollte als mittel- bis längerfristiger Prozess verstanden werden. Als Faustregel gilt: Je höher die Kursschwankungen einer Anlage sind, desto länger sollte der Anlagezeitraum sein. Finanziell für langfristige Ziele vorzusorgen, sollte für jeden ein wichtiges Thema sein. Zehn Jahre, 20 Jahre, 40 Jahre: Wenn Sie wissen, wann Sie welche Schritte in Ihrem Leben gehen möchten, kann sich das entscheidend auf Ihre Geldanlage und Ihren Vermögensaufbau auswirken. Beim langfristigen Vermögensaufbau mit Investmentfonds stehen drei Faktoren im Vordergrund: Zinseszinseffekt, Cost-Average-Effekt sowie die Streuung des Risikos – wobei dennoch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können. Erfahren Sie mehr darüber, wie die Zeit bei Investmentfonds für Sie arbeiten kann.

Investmentfonds und Fondssparen werden häufig ausschließlich mit dem Anlagegedanken in Verbindung gebracht. Doch sie können auch als Auszahlungsplan verwendet werden. Dabei kommt es zu regelmäßigen Auszahlungen (z. B. monatlich) eines selbst gewählten Zielbetrags – sei es, um die gesetzliche Pension aufzubessern, das Studium des Kindes oder Enkelkindes zu finanzieren oder einfach nur, um unbeschwert dem eigenen Hobby nachgehen zu können. Wir zeigen Ihnen, wie das ablaufen könnte. Beachten sie dabei, dass durch die unsichere zukünftige Entwicklung eines Fondsvermögens die Auszahlungsdauer und/oder die Auszahlungshöhe unsicher sind und schwanken können. Im Falle konstanter Auszahlungsbeträge kann sich der Cost-Average-Effekt nachteilig auswirken.

Es gibt eine Fülle an Investmentfonds. Bei der Wahl des passenden Fonds ist Ihre persönliche Anlagestrategie entscheidend. Die Basis dafür bilden Ihre Anlageziele und Risikoeinstellung, individuelle Bedürfnisse und finanzielle Möglichkeiten sowie persönliche Präferenzen. Um dies einschätzen zu können, liefern Ihnen einige Fragen wichtige Hinweise. (Wie finde ich den für mich passenden Fonds?) Ein strukturiertes Vorgehen hilft, den für sich geeigneten Investmentfonds zu finden.

Kleiner Tipp: Nutzen Sie dabei die Expertise und Erfahrung Ihrer Raiffeisenberaterin oder Ihres Raiffeisenberaters. Diese helfen Ihnen gerne bei der optimalen Zusammenstellung der für Sie passenden Fonds.

Bevor Sie in einen Fonds investieren, sollten Sie sich vorab einen Überblick über dessen Chancen und Risiken verschaffen. Informationen bilden die Basis jeder Geldanlage. Wer ein Finanzprodukt nicht versteht, kann auch nicht beurteilen, ob sich eine Investition lohnt oder wie hoch das Risiko dabei ist. Die zur Bewertung eines Investmentfonds notwendigen Kennzahlen sind auf dem so genannten „Factsheet“ oder „Kundeninformationsdokument“ zusammengefasst. Volatilität, Sharpe-Ratio oder Maximum-Drawdown – Begriffe wie diese klingen vorerst wie unverständliches Finanzlatein. Sie geben jedoch wichtige Anhaltspunkte, ob der spezielle Fonds auch zu Ihrer Anlagestrategie passt. Erfahren Sie, was die Kennzahlen von Fonds aussagen.

Die rechtliche Grundlage für die Auflage von Investmentfonds in Österreich bildet das Investmentfondsgesetz 2011 (InvFG). Es beinhaltet auch detaillierte Bestimmungen zum Anlegerschutz. Zwei zentrale Aspekte dabei sind:

  • Alle Anleger müssen unabhängig von der Einzahlungshöhe gleich behandelt werden. Im Rahmen der Streuung ihrer Fonds und des Vertriebs der Anteile dürfen nicht einzelne Anlegerinteressen bevorzugt werden.

  • Investmentfonds sind Sondervermögen: Es ist vom InvFG vorgegeben, dass das Fondsvermögen vom Vermögen der Kapitalanlagegesellschaft und der Depotbank getrennt ist. Es bleibt somit auch im äußersten Fall des Konkurses dieser zwei Partner erhalten, Anlegerinnen und Anleger haben Zugriff darauf.

Erfahren Sie, in welcher Form die Gesetzeslage Sie bei Ihrem Fondsinvestment schützen kann.

Bei der Geldanlage steht die Chance auf Rendite an erster Stelle. Mit Ihrem Investment können Sie aber mehr erreichen – nämlich einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit leisten. Genauso, wie Sie beim Einkaufen darauf schauen, woher die Lebensmittel oder Kleidung kommen und wie sie produziert wurden, können Sie darauf achten, in welche Unternehmen und Branchen Sie investieren und wie Ihr Geld wirkt. Denn eine Geldanlage ist nie neutral. Kapital hat großen Einfluss auf die Entwicklung von Unternehmen. Mit einem Investment kann man diese dabei unterstützen, nachhaltiger zu wirtschaften. Anlegerinnen und Anleger können so mittelbar Einfluss nehmen, beispielsweise auf das Erreichen der Klimaziele. Mit nachhaltigen Fonds können Sie sich bewusst dafür entscheiden, an diesem Prozess teilzuhaben. Wer Geld in die Hand nimmt, trifft damit eine Entscheidung. Nachhaltig investieren kann jeder: Erfahren Sie, wie.